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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Die Kabbalisten.

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einschleichen zu lassen immer mehr Boden gewann, hatte zwarin diesem Zeitabschnitte keine besonders befähigte Vertreter, aberdoch rührige Parteigänger. Drei Kabbalisten waren besondersthätig, ihrer Lehre die Gemüther zu unterwerfen und die Köpfeeinzuuehmen: Abraham aus Granada, Schem-Tob b. Jo-seph und Mose Botarel. Der Erstere verfaßte eine kabbalistischeSchrift (zwischen 13911409 ft, ein Wirrsal voll von abenteuer-lichen Gottes- und Engelnamen, von Buchstabenversetzungen undSpielereien mit Vocal- und Tonzeichen. Abraham aus Granadahatte die Kühnheit, zu behaupten: Wer nicht in kabbalistischer

Weise Gott erkennt, gehöre zu den Kleingläubigen, der sündigeunwissentlich, den beachte Gott nicht und wende ihm nicht seinebesondere Vorsehung zu, wie er die Entarteten und Abtrünnigendem Zufall überlasse 2). Er deutete ferner an, daß der Abfall dergebildeten Juden von ihrem Glauben in der leidigen Beschäftigungmit der Wissenschaft und in der Verachtung der Kabbala seinenletzten Grund habe ft. Andererseits sah er in der Verfolgung von

1391 und in dem Ilebertritt so vieler angesehener Juden zumChristenthum die Vorzeichen der messianischen Zeit, die Leiden, dieihr vorangehen müßten, und die Nähe der Erlösung ft. Schem-Tob b. Joseph Jbn-Schem-Tob (gest. 1430) beschuldigte geradezudie jüdischen Philosophen, Maimuni, Gersonides und Andere, alsVerführer des Volkes zur Ketzerei und zum Unglauben und alseigentliche Urheber der Abtrünnigkeit so Vieler zur Zeit der Prüfung.In einer Schrift (ürnunotft machte er die heftigsten Ausfälle gegendie jüdischen Denker und die Beschäftigung mit der Philosophie; erbehauptete, das Heil Israels liege in der Kabbala, welche die echtelautere Wahrheit, wie die uralte jüdische Tradition sei. Sein ganzesBuch ist eine lange Reihe der schwersten Anklagen gegen das ver-nünftige Denken innerhalb des religiösen Gebietes und eine fort-laufende Verherrlichung des kabbalistischen Unverstandes.

Doch waren diese beiden, Abraham von Granada und Schem-Tob, beschränkte, aber doch ehrliche Männer; anders aber MoseBonjak Botarel aus Cisneros, der es geradezu auf Täuschung

ft .-mns wia, nur ein einziges Mal cdirt, Amsterdam 1648; die Editionist defekt im Anfänge und am Schlüsse. Das Zeitalter des Verfassers ist nach-gewicscn B. VII.., S. 481.

ft Das. x. 16 ä. ft Das. p. 14 a.

ft Das. p. 15 e. citirt B. Vll.z S. 481.

ft Das saplior Lmrmot edirt Ferrara 1556. Das Todesjahr des Vers,giebt Zacuto an.

Graetz, Geschichte der Juden. VIII.

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