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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Crescas' Religionsphilosophie.

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Chasda'i Crescas, welcher zu allererst den Unterschied zwischender allgemeinen Religion und einer besonderen Religionsform,Judenthum und Christenthum, machte, stellte, abweichend von Maimuni,nur acht das Judenthum charakterisirende Glaubensartikel auf.Gegen die dreizehn Glaubensartikel Maimuni's wendete er mit Rechtein, daß ihrer entweder zu viel oder zu wenig aufgezählt seien, weildarin die Grundwahrheit jeder Religion überhaupt mit denGlaubenslehren des Judenthums zusammengeworfen undnicht streng geschieden seien H. Die acht Grundlagen des Judenthumsseien solcher Natur, daß zwar eine Religion ohne dieselben gedachtwerden könne, aber wer sie leugne, gehöre nicht mehr zum Juden-thume, sei eben Ketzer. Diese wesentlichen Lehren seien: DieSchöpfung der P?elt aus einem freien Willensakte Gottes zu einerbestimmten Zeit; die Unsterblichkeit der Seele; die vergeltende Ge-rechtigkeit Gottes! die Auferstehung der Todten in einer gewissenZeitepoche; die Unabänderlichkeit der Thora; die höhere ProphetieMose's; die Lehre von der göttlichen Verkündigung durch den Hohen-priester vermöge der Urim und Tummim und endlich die Hoffnungauf den Messias-). So sehr auch Chasda'i Crescas bemüht war, dieWichtigkeit aller dieser Glaubensartikel zu begründen, so konnte erdoch die Willkürlichkeit seiner Annahme nicht ganz verdecken. Er hatsich hierbei mehr vom Talmud als von folgerichtiger Gedankenstrengeleiten lassen. Auch in der Vertheidigung des Daseins von Dämonenund des Einflusses von Beschwörungsformeln und magischen Kameenfolgte er nur allzusehr dem Talmud und der nachmanidischen Schule,in der er sich gebildet hatte. Indessen schützte ihn sein gesunderSinn vor den Kindereien der Kabbala, und er bezweifelte die kabba-listische Afterlehre von der Seelenwanderung H.

Nächst Profiat Duran und Chasda'i Crescas trat auch in derkurzen Pause zwischen zwei blutigen Verfolgungen in Spanien dercastilianische Großrabbiner Don Meir Alguadez als philosophischerSchriftsteller auf, nicht mit einer selbstständigen Arbeit, sondern mitder Auswahl eines Themas zum Uebersetzen. Aristoteles Sittenlehre(Ethik) übertrug er (1405 auf Anregung des Benveniste Jbn-Labi ^)ins Hebräische und machte sie den Juden zugänglich, welche sie mehrim Leben angewendet haben, als die Griechen, aus deren Schooß sie

H Das. IH. Anhang.

2 ) Der größte Thcil des III. Abschnittes ist diesem Thema gewidmet.

H Das. III. zweite Abtheilung 5te und 6te Untersuchung.

4) Das. 8tc Untersuchung.

ö) Vcrgl. o. S. 90 Anmcrk.