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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Profiat Daran.

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zwei Päpsten.Du rühmst ihn, daß er sich bemüht habe, jüdischeFrauen und Kinder vom Tragen der Abzeichen zu befreien. Bringediese frohe Botschaft den Weibern und Kindern. Mir ist aberberichtet worden, er predige Unheil gegen die Juden und mußte vomCardinal von Pampeluna und Anderen zum Schweigen gebrachtwerden. Du meinst, Paulus, Dein Lehrer, werde bald einen Bischofs-sitz einnehmen oder den Cardinalshut tragen. Freue Dich deß; denndann wirst auch Du zu Ehren gelangen, wirst Priester oder Levitewerden." Erst gegen den Schluß läßt Profiat Daran seinen ironischenTon fahren und schreibt mit Ernst: Er bitte seinen ehemaligenFreund, als Christ nicht den Namen seines hochgeachteten Vaters zuführen; denn er würde, wenn er noch am Leben wäre, gewünschthaben, lieber keinen Sohn, als einen abtrünnigen zu haben. Undauch so trauere seine Seele jenseits wohl über den Abfall seinesSohnes. Dieses satirische Sendschreiben sollte als Flugblatt dienenund wurde verbreitet. Der Verfasser schickte es nicht blos seinemehemaligen Freunde, sondern auch dem Großrabbinen und Leibarztdes Königs von Castilien, Don Meir Alguadez, zu. Es hateine so einschneidende Wirkung hervorgebracht, daß die Geistlichen,als sie erst den satirischen Charakter desselben erkannten, darauffahnden und es verbrennen ließen^). Profiat Duran arbeiteteim Aufträge des Chasdat Crescas noch ein anderes gegenchristlichesWerk aus-), aber nicht in satirischem Tone, sondern in der ruhigenSprache geschichtlicher Auseinandersetzung. Vertraut mit dem neuenTestamente und der Kirchenliteratur, wies er nach, wie das Christen-thum im Verlaufe entartet sei. Jesus habe sich gar nicht als einenGott oder einen Theil der Gottheit ausgegeben, habe auch gar nichteine neue Religion stiften wollen. Erst die Späteren haben ausVerkennung seiner Absichten ihn dazu gemacht. Profiat Duran setztdarin manchen Punkt des Christenthums in ein eigenthümliches Licht.

Paulus von Burgos stieg indes;, von dem Gegenpapste Bene-dictus XIII. von Avignon begünstigt und gefördert, immer höher undhöher, wurde Bischof von Cartagena, Kanzler von Castilien undGeheimrath des Königs Don Heinrich III. Indessen gelang es seinembösen Willen doch nicht, den König von Castilien gegen die Judeneinzunehmen und sie von Hofämtern fernzuhalten. Don Heinrichhatte zwei Leibärzte, denen er besonderes Vertrauen schenkte. DenEinen von ihnen, Don Metr Alguadez, einen Astronomen undKenner der Philosophie, ernannte er zum Großrabbinen über sämmt-

) Das.

ch -m.i wrv:; Note 1.