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Geschichte der Juden.
beschlossen später, den ihnen verhaßten Glauben abzuschütteln undnach Palästina auszuwandern, um dort das Judenthum frei bekennenzu dürfen und Sühne für die Sünde des Abfalles zu finden. Nach-dem Beide ihre Vcrmögensverhältnisse geordnet hatten, reiste ProfiatDuran nach einer Hafenstadt in Südfrankreich voraus und erwarteteseinen Freund. Dieser aber war inzwischen mit dem judenfeindlichenApostaten Salomon — Paulus zusammengekommen, vielleicht von ihmausgesucht und von ihm dahin gebracht worden, im Christenthum zuverharren. Wie erstaunt war Profiat Duran, von En-Bonet einSchreiben zu empfangen, worin dieser ihm sein christliches Glaubens-bekenntnis; mit vieler Ruhmredigkeit auseinandersetzte, ihn selbst zumVerbleiben im Christenthum aufforderte und eine schwärmerische Ver-ehrung für Paulus de Santa Maria — welcher inzwischen beimKönig von Castilien in Gunst gekommen war — zu erkennen gab!Profiat Duran durfte nicht dazu schweigen, und er gab in einemAntwortschreiben seinem Freunde und noch mehr dem bekehrungs-eifrigen Paulus einen Denkzettel, der heute noch nicht vergessen ist.Dieses Sendschreiben (erlassen um 1396 H ist voll Ironie, wie sienicht feiner ausgedrückt werden kann. Der Ton ist so gehalten, alswenn Profiat Duran seinem Freunde in allen Punkten Recht gäbeund ihn bestärkte, im christlichen Glauben zu verharren. „Sei nichtwie Deine Eltern" tollt llu-^-llotsollü) ist der stete Refraindes Sendschreibens, und es ist so täuschend gehalten, das; Christen es(unter dem Titel ^Itsou Lotsoa) für eine Schutzfrist zu Gunstendes Christenthums genommen haben-). Indem Profiat Duran zumScheine „den Glauben der Väter" als irrthümlich darstellte, legte erdie Blößen der christlichen Dogmen und Sacramente so offen dar,daß man da, wo das Christenthum herrschende Religion ist, nichtwagen darf, den Inhalt auseinanderzusetzen. Alles, was der gesundeMenschenverstand, die logische Folgerung, die Philosophie, die heiligeSchrift gegen die christlichen Glaubensartikel geltend machen können,führt Profiat Duran in Schlachtreihe gegen seinen verführten Freund,aber scheinbar nicht um dessen Sinn zu ändern, sondern ihn nochmehr im katholischen Bekenntnis; zu bestärken. Ein Theil der Efo-dischen Satyre ist gegen den Judenfeind Paulus de Santa Mariagerichtet, von dessen Lob das Schreiben des En-Bonet überfloß. „Dumeinst, er werde es vielleicht noch dahin bringen, Papst zu werden,hast mir aber nicht zu erkennen gegeben, ob er nach Rom gehen oder-in Avignon bleiben wird", ein Hieb gegen den Kirchenstreit zwischen
*) Vcrgl. über die Zeit Note I.
") Isaak Akrisch' Einleitung zu dieser Satyre.