Lipmann Mühlhausen.
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neue hinzu: Daß sie in dem erhabenen Schlußgebete von der einstigenGottesherrschaft auf Erden (Vlsnn-Gebet) eine schmähende Anspielungaus Jesus machten ^), und noch andere lügenhafte und lächerlicheAnschuldigungen. In Folge dessen wurden viele Juden in Pragverhaftet (3. August 1399). Unter diesen befand sich auch der ersteund vielleicht einzige gebildete deutsche Jude im Mittelalter, Lip-mann (Tab-Jomi) aus Mühlhausen"). Er beschäftigte sich nächstdem Talmud auch mit der Bibel, was schon für jene Zeit viel sagenwill, und hatte nicht nur karäische Schriften, sondern auch das neue
1) In Lipmann's gegen Ende. Den Beweis für die Blasphemie
gegen Jesus führte er von dem Worte in dem Passus »'w.-iw» ow?'i,, dessen Zahlenwerth 316 gleich sei dem Werthe des Wortes ,e".
2) Vergl. über ihn Wolf I. p. 347 ff., wo das Datum in dessen (ver-faßt 1410, zuerst corrumpirt cdirt von Hackspan, Altdorf 1644), wo 1459 in1899 zu verwandeln ist. Beachtcnswcrth ist der bei Wolf citirtc Passus auseiner Widerlcgungsschrift von dem Bischof Stephan Bodekcr von Branden-burg: 8urrsxit ciiam novissimc gnickam Onäacris circa aiinos 1420 in rcAvoUolovias, in civitatc dracovia, gul sc nominal 11a dl Ul dm an gui. . . .novas dlaspdcmias vctcribus aäjnuxit. In latina namgus livAua utiguc1 >arnmpcr crnclitus. Lipmann lebte aber nicht in Krakau, sondern in Prag,wie der kaum ein Jahrhundert später lebende Naphtali Treves in der Ein-leitung zu seinem kabbalistischen Gebetbuchc bezeugt: 'in» »onp ,-,»8 nw
Dann wird ein langer Passus von Lipmann citirt, worinver Verfasser sein Xiormcllon und sein Buch Lscdkol erwähnt, und zumSchlüsse heißt es: «in- -xos» yo-i, w- (soll heißen:
d. h. Wyschigrod, ein Theil von Prag). Die Erwähnung des BuchesLscdlrol von Lipmann führt darauf, daß die lange Abhandlung im Buchei,-,o von Simson b. Elieser über die graphische Darstellung der hcbr.Buchstaben und ihre mystische Bedeutung von x. 17 a mit dem Anfang n.-izunächst bis zum Schlüsse p. 24a: 02 owe,.-: oiee, e,:, demselben
Lipmann von Mühlhausen angchört. Tenn er beruft sich öfter auf sein BuchLscdüol: wocxe: -200 '.-I2'7>2 p. 21a, c; 22 d (mchreremal); p. 23 a, d.
ist der chaldäisirtc Name sür 0,2 er — Lipmann. Auch das Weitereim Buche Di: stammt von demselben; denn ganz zu Ende heißt cs:
7100'.-:.-, ILO eisi-e:.-, p-'io. — Aus dieser Abhandlung über
das hebräische Alphabet und aus dem langen Auszug bei Naphtali HerzTreves folgt, daß Lipmann von Mühlhausen ein entschiedener Anhänger derKabbala war. In der erstgenannten Schrift combinirt er durch einen kabba-listischen Calcül, daß der Messias st'p '- 12.7 d. h. Sept. 1429 cintrcffcn werde(29 c; 30 c. ck). Daß Lipmann zu seiner Zeit auch als rabbinische Autoritätgalt, folgt aus seinem Sendschreiben an deutsche Gemeinden in Betreff desLclmkar; vergl. Lcrcm Ollemcä VII. x. 56, VIII. p. 207. Herr Halbcrstammtheilte mir mit, daß in seiner Handschrift (Xo. 223, Bl. 71) ein Dokument vomJahre 1413 aus Prag vorkommt, in welchem Lipmann-Mühlhauscn als Rabbi-
uatsbcisitzcr unterschrieben ist: .... .-w» --xoeo . . . 0:2 ..-me,-,.-, noi:
.-,»42 2,2 0 ,'. Unterzeichnet ist noch: -,172 '2 X