Juden in Navarra und Portugal.
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Navarro, zugleich sein Leibarzt, legte ihm indeß zwei Bullen vonden Päpsten Clemens VI. und Bonifacius IX. vor, daß die Judennicht durch Gewaltmittel zur Taufe gezwungen werden dürften. InFolge dessen erließ der König eine Verfügung (17. Juli 1392), daßsich niemand an den Zwangstäuflingen vergreifen dürfe. Die Bullenwurden in allen Städten Portugals öffentlich bekannt gemacht undauch in die Gesetzsammlung ausgenommen. Portugal wurde dadurcheine Zufluchtsstätte für die Gehetzten aus Spaniens. Indessen,wenn auch Volksaufläufe gegen sie niedergehalten wurden, so wardieser wankelmüthige König keineswegs stets freundlich gegen dieSöhne Jacobs. Er erließ öfter drückende Gesetze gegen sie, baldden Zwang, sich zu Zeiten nicht außerhalb ihres Quartiers blickenzu lassen, bald den, demüthigende Abzeichen zu tragen, legte auchden Geschäften in jüdischer Hand hemmende Beschränkungen auf,mußte sie aber aus Rücksicht auf den Staatshaushalt und auf seinenLeibarzt hin und wider mildern. In Navarra dagegen blieben diespärlichen Gemeinden völlig verschont. Es gab da nicht viel zurauben seit dem blutigen Gemetzel auf Anstiftung des blutdürstigenPriesters Olligoyen (VII S. 312). Die Zahl der Juden hatte sich davermindert und der Rest war verarmt. Auch hielt der Leibarzt desKönigs, Joseph Orabuenn, zugleich Großrabbiner und Pächterder Staatseinkünfte, dem das navarrensische Königshaus viel zudanken hatte, seine schützende Hand über seine ohnehin unglücklichenGlaubensgenossen °).
Aber die südfranzösischen Juden blieben nicht ganz vom Ge-metzel verschont. Denn der Sturm der Judenhetze, wie er über'sMeer nach der Insel Mallorea flog, setzte auch über die schneeigenPyrenäen und zog die Juden der Provence in seinen Wirbel. So-bald die Nachricht von den blutigen Angriffen auf die JudenSpaniens nach Südfrankreich gedrungen war, erhob sich auch da dieBevölkerung gegen die Juden in der Provence und fing an sie zuplündern und zu morden. Da das Königthum auch unter demschwachen Karl VI. bereits erstarkt und die Volkskraft durch dieblutige Dämpfung so vieler Aufstände gebrochen war, so gelang es
ft Ooäsx^Miisino V. II. Titel 94. Schäfer III. S. 16. Kayscrling a.a. O- S. 38. Auch Salomo Alami, welcher entweder 1391 oder 1411—12von Spanien nach Portugal entfloh, berichtet, daß die Juden Portugals währendder spanischen Vcrsolgungcn unangefochten blieben (ivwi 1-58 p. 72). oc ->8i
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ft Vergl. darüber ausführlich -4.maclor II. p. 449 fg.
Graetz, Geschichte der Jude». VIII.
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