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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Bitterkeit des Exils, während sie sich bis dahin trotz mancher Wider-wärtigkeiten heimisch und sicher wähnten. Erst seit dieser Zeit

ließen auch sie das sonst stolz aufgerichtete Haupt hängen. Es

waren nicht mehr dieselben, welche für Don Pedro so muthig dieWaffen geführt hatten. Der blutige Fanatismus und die Raublusthaben Spanien tiefe Wunden geschlagen, den Wohlstand vernichtet.Die großen Webereien von Sevilla, Toledo, Lerida, Valencia,Teruel und Palma, in welchen die jüdischen Inhaber viele Tausendevon christlichen Arbeitern beschäftigt hatten, waren zerstört, dieGerbereien und feineren Lederarbeiten von Cordova vernichtet, diegroßen Märkte, auf welchen jüdische Kaufleute Prachtgewänder, Ge-schmeide, Teppiche aus dem Orient, aus Damaskus und Persien aus-gestellt hatten, verödet. Spanien wurde dadurch so verarmt, daß dieStaatseinkünfte bedeutend veringert waren, und die Kirchen, Altäre,Klöster, denen die Einkünfte von den Steuern der Juden zugewiesenworden waren, den Verlust nicht decken konnten und Bettelbriefe andie Fürsten für ihre Erhaltung richten mußten^).

Was ist dem Ungeheuer Ferrand Martine; geschehen, der sounsägliches Elend über die Juden Spaniens heraufbeschworen undmittelbar auch das Land ruinirt hat? Allerdings ließ ihn KönigHeinrich, sobald er mündig geworden war und die Regierung über-nommen hatte (1395), in Haft nehmen und als Volksaufwieglerbestrafen mit dem Zusatze, daß niemand ihm aus Mitleid beistehensollte. Aber seine Gesinnungsgenossen sorgten dafür, daß seineStrafe nicht allzu herbe ausgefallen ist. Er wurde in einem Klosterin Gewahrsam gehalten. Einige Jahre später durfte er ein Hospitalde Santa Maria gründen und seine Tage ruhig beschließen, und vonVielen wurde er als Muster der Frömmigkeit bewundert ^). Die böseSaat, die Martine; ausgestreut hat, konnte fortwuchern. In kaumzwei Jahrzehnten später hatte er einen Nachfolger, der über diespanischen Juden fast noch mehr Unheil gebracht hat.

Nur in Portugal blieben die Juden im Ganzen von der fana-tischen Raserei verschont. Denn dort konnte der König Don Joäo I,von der Volksgunst, die ihn emporgehoben, getragen, mit fester HandOrdnung halten und Ausschreitungen entgegentreten. Von den nachPortugal Geflüchteten wurden die zwangsweise Getauften, welche dortwieder als Juden lebten, als rückfällig angeklagt, und sahen einerschweren Kirchenstrafe entgegen. Der Oberrabbiner Don Mose

H Vcrgl. ^.inallor, llistoils, II. 382 f. der Noten.2) Derselbe p. 388 nach 011 Oon^aleL Oavila.