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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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62 Geschichte der Juden.

Gemetzel der Juden betheiligt zu haben, sie vielmehr beschützt hatte.Es blieb dabei, und die Adeligen mußten ebenfalls einen Betrag zuden Bußgeldern liefern, die über 100,000 Florins betrugen ^). Amhärtesten wurde aber die Insel Mallorca für das Judengemetzel da-durch bestraft, daß die Handelsblüthe, welche einen schönen Anlaufgenommen und mit den italienischen Handelsrepubliken hätte rivalisirenkönnen, seit der Zeit geknickt wurde und sich bis auf den heutigenTag nicht wieder erhob.

Drei Tage nach der Metzelei in Palma begann die Judenschlächterei,wie auf gemeinsame Verabredung, in der catalonischen HauptstadtBarcelona, dem Sitz so vielen jüdischen Geistes- und Gesinnungs-adels. Der große Wohlstand der Juden dieser Stadt, durch über-seeische Geschäfte erworben, scheint das christliche Volk zum Auflaufgegen sie gereizt zu haben. An einem Sabbat und am Tage einesMarienfestes (5. August) griffen Rasende die Juden an, als wolltensie ihre Himmelskönigin durch Menschenopfer verehren. Im erstenAnlauf sielen nahe an 250 Seelen. Der größte Theil der Gemeinde-mitglieder wurde zwar vom Gouverneur bereitwillig in das Castellausgenommen und sogar verpflegt. Allein auch hier setzte sich derPöbel gegen den Adel zur Wehr, griff das Castell mit Wurfgeschossenan, unternahm eine förmliche Belagerung und legte endlich Feueran. Als die eingeschlossenen Juden keine Rettung mehr sahen, ent-leibten sich viele unter ihnen mit eigener Hand, Andere stürzten sichvon der Mauer, noch Andere verließen die Festung, lieferten den An-greifenden einen Kampf und kamen ehrenvoll um?). Unter den Mär-tyrern befand sich auch der junge, einzige Sohn des edlen ChasdalCrescas, der seiner Hochzeit mit einer edlen Jungfrau entgegensah.Elf Tausend Juden sollen sich bei dieser Gelegenheit getauft haben.Nur Wenige entkamen, und nicht ein einziger Jude blieb in Barcelonazurück.. Dasselbe Schicksal traf auch andere Gemeinden und Städte,in denen ein Theil getödtet wurde, ein anderer sich taufte und dergeringste entfloh. Nur in der strengfrommen Gemeinde Gero na,welche fünf Tage später (10. August) angegriffen wurde, gingen nurWenige zum Christenthume über. Die Rabbiner leuchteten den Laienals Muster der Todesverachtung und der Standhaftigkeit im Glaubenvoran. Wie in der Provinz Valencia, so blieben im KönigreichCatalonien nur wenig Juden verschont; sie entgingen nur dadurch dem

Quellenzusammcnstellung über die Verfolgung in Palma bei Kayserling,Geschichte der Juden auf Mallorca S. 164 ff. Hsvus äes Ulnäss IV. p. 38Xo. 2627, 3086.

") Imluenls üistorlg. gsusral äs Lspana VII. p. 413.