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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Gemetzel der Juden in Spanien.

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Stadt, mußte sein Leben durch die Taufe retten H. Und nicht nurin der Hauptstadt, sondern im ganzen Königreiche wüthete das Volkso sehr mit Feuer und Schwert gegen die waffenlosen Juden, daßnur die jüdische Gemeinde von Murviedro verschont blieb").

Die blutige Raserei wälzte sich von da über das Meer nach derInsel Mallorca. In der Hauptstadt Palma zogen wie in ValenciaGassenbuben und Matrosen durch die von Juden bewohnte Mou-te sion st raße, trugen zwei übereinander gebundene Knüttel als Kreuzvor sich her und riefen:Tod den Juden" (2. August 1. Ellul).Als ein handfester Jude, der von der wilden Rotte angegriffen, sichzur Wehre gesetzt und einen der Schreier gepackt und erdrückt hatte,kannte die Wuth der Angreifer kein Maaß. Racheschnaubend stürztensie in die Häuser der Juden und begannen ein schonungsloses Morden.Vergebens eilte der Gouverneur der Insel mit seinen Rittern denUnglücklichen zu Hilfe; sie konnten der Rotte nicht Meister werden,welche einem Fanatiker Nikolas Brou de Palla folgte und ihnenein förmliches Treffen lieferte. Selbst die Häuser der Christen, welchebannherzig die Unglücklichen bei sich verborgen hielten, wurden über-fallen. So sielen 300 Märtyrer, darunter auch der Rabbiner En-Vidal Efraim Gerundi, der mit Salomo Zarfati in Streitgelebt 3). Mehrere suchten auch hier ihr Heil in der Annahme derTaufe. Achthundert Personen hatten sich in das Castell gerettet;darauf machten die Wütheriche Anstalten, sie dort zu belagern. Dasich die Belagerten dort nicht lange halten konnten, so entfernten siesich allmählich mit Erlaubniß des Gouverneurs in dunkler Nacht ausdem Castell und suchten auf Schiffen nach dem Berber-Lande zuentkommen. Der König Don Juan I. (oder vielmehr die KöniginViolante) that zwar, als wollte er den gemordeten und geplündertenJuden von Palma Gerechtigkeit widerfahren lassen. Er legte derStadt Palma eine schwere Geldstrafe dafür auf, aber gerade so, wie inValencia, wo trotz des Drängens des Bürgerrathes, die Schuldigenzu bestrafen etwa hundert derselben waren im Kerker wurdeein Schleier der Vergessenheit über das grausige Gemetzel gebreitet.Allein, es erwies sich hinterher, daß sie nur die Gelegenheit wahr-nahmen, den Schatz zu füllen. Denn auch der Adel und die getauftenJuden sollten der Geldstrafe verfallen. Vergebens brachte eine Adels-deputation Beweise herbei, daß dieser Stand weit entfernt, sich am

') Bei Onnvitn und bei -Vmnclor a. a. O.

2) Chasda't Crcscas Sendschreiben.

°) Vergl. über ihn o. S. 50, 2; Simon Duran Re8pp. II. 256 und öfterbezeichnet ihn als irnp Märtyrer.