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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Ferrand Martinez.

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führen (Sommer 1388). Kühl antwortete der König, er werde über-legen was gegen ihn zu thun sei. Denn obwohl sein Eifer gegendie schlechten und verderbten Juden lobenswerth sei, so sei doch zufürchten, das; seine Predigten und seine Handlungen das Volk gegensie zu Thätlichkeit aufstacheln würden. Da aber Don Juan es beider nichtssagenden Antwort bewenden ließ, so lud der Erzbischof vonSevilla, Pedro GomezBarroso, Martinez zur Rechtfertigung voreine Versammlung von Geistlichen und Gelehrten ein, und als ertrotzdem sich nicht gefügig zeigte, entzog er ihm die Kanzel und be-drohte ihn mit dem Banne als Hartnäckigen, Widerspenstigen und derKetzerei Verdächtigen H (August 1389).

Unglücklicher Weise starb der Erzbischof Barroso, der noch imStande war, dem priesterlichen Wütherich Zügel anzulegen, kaum einJahr nach dem Strafverfahren gegen ihn (7. Juli 1390) und dreiMonate später auch der König Don Juan (9. October). So wenigdieser die Juden liebte, so hatte er doch gewaltthätige Ausschreitungengegen sie nicht zugelassen. Sobald Don Juan heimgegangen warund für den elfjährigen Nachfolger Heinrich III. ein Regentschaftsratheingesetzt wurde, dessen Uneinigkeit einen neuen Bürgerkrieg heraufzu beschwören drohte, glaubte der fanatische Priester das Aeußerstewagen zu dürfen. Er geberdete sich als Vicar des Erzbisthums undsandte, kaum zwei Monate nach des Königs Tod (8. December), ansämmtliche Geistliche des Erzbisthums Sevilla unter Androhung derExkommunikation und selbst Gewaltmittel den Befehl, die Synagogen,in welchen die Feinde Gottes und der Kirche, die sich Juden nennen,ihren Götzendienst treiben, bis auf den Grund zu zerstören und allenSchmuck und Geräthschaften aus denselben ihm zuzusenden ^). Es wargeradezu eine Aufreizung, gewaltthätig gegen die Juden zu verfahren.Sie hatte eine trübselige Wirkung. Eines Tages (15. März 1391)

*) Diese für die Vorgänge in Spanien bezüglich der Juden hochinteressanteUrkunde hat Amador de los Rios aus dem Archiv einer Scvillanischcn Kircheausgczogen, a. a. O- II. S- 578 fg. Interessant ist, wie die Geistlichen damalsüber das Papstthum dachten. Martinez hatte öffentlich gepredigt: gas el Uapa.non pusäs absolver äs los peeackos; das hielt ihm der Erzbischof vor undfügte hinzu: s olras eosas gns, oomo gnier gns paru los ejus Io oniien-cksn, poärisn avsr ducn sosso, psro a, los simples e ann ü los non inuilstruckos pasäö iralrer en Aranci eseäiulalo, e ul l?spu sn insnosprsyio(das. x. 593), d. h. so viel als: die Verständigen wissen, was sic von den Päpstenund ihrer Unfehlbarkeit zu halten haben, aber den Simpeln und Halbgebildetendarf man dergleichen nicht offenbaren, denn cs würde zur Geringschätzungder Päpste führen.

2) ^nrnclor II.. 848. Eines seiner drohenden Sendschreiben ist mitge-theilt das. 611 II.