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Geschichte der Juden.
Widersetzlichkeit gegen die königlichen Befehle zugesichert haben. Dennobwohl der König Juan in einem Schreiben die Drohworte gebrauchthatte, er werde ihn bei fortgesetzter Mißachtung seines Befehles sozüchtigen, daß er es bereuen werde (1383), fuhr er nichtsdestowenigermehrere Jahre fort, gegen die Juden zu wüthen.
Auf den Rath einiger besonnenen und judenfreundlichen Christentrat der Vorsteher der Juden von Sevilla, Don Juda Aben-Ab-raham, öffentlich als Ankläger gegen ihn vor den Oberrichtern undSchreibern auf dem zum Rechtsprechen errichteten Tribunal auf (Febr.1388). Der giftige Priester mußte sich zur Rechtfertigung einfinden.Don Juan zählte ihm seine Worte und Thaten zur Gefährdung derjüdischen Glaubensgenossen auf und verlas die Urkunde von den beidenKönigen, welche ihm die Wühlerei untersagt hatten. Aber diese feierlicheSchaustellung machte nicht den geringsten Eindruck auf den durchGlaubensübereifer gemüthsverhärteten Priester. Anstatt sich zu ver-theidigen, ging er zu noch mehr herausforderndem Angriff vor, erklärte,daß er es als Priester für seine Pflicht halte, die Juden zu ächten,da die Evangelien sie wegen ihres Unglaubens zur Verdammnis; ver-urtheilt haben, und wiederholte seinen Herzenswunsch, daß die Teufels-synagogen bis auf den Grund zerstört werden müßten.
Was that der König, dem die Anklage der Juden gegenMartine; und seine Gegenerklärung zur Entscheidung vorgelegt werdenmußten, zu dieser Verhöhnung der königlichen Befehle? Don Juanhüllte sich in Schweigen, und der durch die Anklagen noch mehr zurWuth gereizte Erzdekan erblickte darin eine Ermuthigung zur Ver-schärfung seiner Feindseligkeit gegen die Juden. Er stachelte in seinenPredigten und auch in außerkirchlichen Reden gegen sie auf, und wennihn einige menschlich denkende Priester vom Kapitel zur Rede stelltenund ihm die Bullen mehrerer Päpste entgegenhielten, welche die Freiheitder Juden in ihrem religiösen Verhalten und ihren Schutz gegenGewaltthätigkeit gewahrt wissen wollten, scheute er sich nicht, wiegegen die Juden, so gegen die Autorität des Papstthums Ausfälle zumachen, daß die Päpste nicht unfehlbar seien, und daß sie gegen dieWorte des Evangeliums nicht fehlen dürfen. Es war die Zeit desKirchenstreites von zwei rivalisirenden Päpsten, Urban VI. von Romund Clemens VII. von Avignon, welche an Schandbarkeit einandernichts nachgaben und gegen einander Bannflüche schleuderten. SollteMartine; sich durch die Bulle eines Papstes zu Gunsten der Judenin seinem haßerfüllten Beginnen gegen sie abbringen lassen? Dem erz-bischöflichen Kapitel von Sevilla war allerdings sein Treiben zu arg,und es schickte zwei Abgeordnete an den König, gegen ihn Klage zu