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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

dem das Papstthum seinen Sitz in Avignon aufgeschlagen hatte, wares ein wahrer Pfuhl von Lasterhaftigkeit und Gemeinheit gewordenund steckte damit die Gesammtgeistlichkeit bis zu den niedrigstenDienern herab an. Und nun trat noch hinzu der leidenschaftlicheStreit des einen Papstes gegen den andern, des einen Cardinal-collegiums gegen das andere, der die Christenheit in zwei Lagerspaltete, von denen eins gegen das andere mit den tödtlichsten Waffenkämpfte.Die Wahrheit ist an den päpstlichen Höfen zum Wahn-sinn geworden", so schildert diese Gesunkenheit der Dichter Petrarca,welcher diese Laster mit eigenen Augen sah.Die Enthaltsamkeit

gilt da als Bauernhaftigkeit, die Schamhaftigkeit als Schmach. Jebefleckter und verworfener Einer ist, desto berühmter ist er. Ichspreche nicht von Unzucht, Frauenraub, Blutschande, Ehebruch, welchefür die Geilheit der Geistlichen nur noch Kleinigkeiten sind H. Ichspreche auch nicht davon, daß die Ehemänner wegen der ihnenentführten Frauen in die Verbannung geschickt werden. Der Schänd-lichkeitn höchste ist, wenn Ehemänner genothzüchtigter Frauen von denGeistlichen gezwungen werden, sie während der Schwangerschaft insHaus zu nehmen und nach der Entbindung dem ehebrecherischenBette wieder zurück zu liefern."Das Alles habe ich - nicht alleingesehen und erfahren, sondern ist in dem Volke bekannt, obwohl esschweigt, und zwar mehr aus Widerwillen als aus Furcht schweigt".Ein anderer Zeitgenosse, der französische Theologe Nicolaus vonClem angis"), schilderteden Verfall der Kirche" jener Zeit ineiner wahrhaft grauenerregenden Färbung.Jedes Vergehen, jederJrrthum, ja jede Missethat, selbst die allergräßlichste, wird für Gelderlassen, entschuldigt und aufgehoben. Was soll ich viel von denCapiteln und anderen Geistlichen sprechen, da ich es mit einemWorte sagen kann: Gleich den Bischöfen sind auch die Weltgeistlichenunwissend, ämterkäuflich, habgierig, ehrgeizig, neidisch, spürnäsig gegenfremde Angelegenheiten, und dazu gefräßig, wollüstig, geil und lebenmit ihren eigenen Bastardtöchtern, wie mit Frauen im Hause". Diefrechen Angriffe der Geistlichen auf die Ehrbarkeit der Frauen undauf die Keuschheit der Jungfrauen ging so weit, daß viele Gemeindendarauf bestanden, nur solche Geistliche zuzulassen, welche eigeneConcubinen im Hause hielten. Von den Nonnenklöstern sprach mandamals nicht anders, als wie von Schandhäusern. Innerhalb der

1) kstraroa, opistolns siiis titrilo Xo. 10. Llitto stupra, raptus,ivssstus, näultsiäa, gut jain poniitrsiali lassivias luäi sunt.

2) I4isolans äs OlemsvAis, äs riiing, sselesias in von der Hardt's Oon-eilinm Oonstantimrm N. I. s. 2S, 20 und an anderen Stellen.