Rabbiner und Kirchengeistliche.
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Dieser freundschaftliche Wunsch machte ihn natürlich stutzig und ver-anlaßte ihn, mehr von dem befreundeten Mönch zu erfahren. Davidlockte ihm auch einen Theil des Verschwörungsplanes gegen dencastilianischen König aus und hielt es für seine Pflicht, diesem sofortMittheilung davon zu machen, da es sich um dessen Leben handelte.Der gewarnte König ließ sofort Vorkehrungen treffen, um die Ver-schwörung zu vereiteln. Er ließ vor Allem die Königin-WittweLeonora verhaften, die Urheberin der Verschwörung, die ihm seitjenem Vorfälle verdächtig war, als er ihren Wunsch, ihren GünstlingJuda zum Großrabbiner zu ernennen, unerfüllt gelassen hatte. AuchJuda und Leonoren's Kammerfrau wurden verhaftet und mit derDrohung der Folter zum Eingeständniß gebracht. Da ihre Aussagengegen Leonora zeugten, so verbannte sie Don Juan nach Tordesillas;Juda sollte gar hingerichtet werden, aber sein Nebenbuhler DavidNegro verwendete sich für ihn so warm beim König von Castilien,daß dieser ihm das Leben schenkte. Durch das Zerwürfniß DonJuan's mit seiner Schwiegermutter und durch deren Gefangennahmeverlor jener ihren Anhang in Portugal, stieß daher überall aufWiderstand und mußte zu Gewaltmitteln greifen, um das Land zuunterwerfen. Alle Pläne mißlangen ihm, und er mußte zuletzt daraufverzichten, Portugal seinem Reiche einzuverleiben H.
Wenngleich einige Rabbinen dieser Zeit aus Eitelkeit, Ehrgeizoder anderen Beweggründen um die Rabbinatswürde mit ihrenCollegen in Nebenbuhlerschaft und Feindschaft geriethen, wie DavidNegro gegen Juda, in Frankreich Jesaia Ben-Abba-Mari gegenJochanan, auf der Insel Mallorca Salomo Zarfati gegenEn-Vidal Ephraim Gerundi und in Valencia-) der ausTudela ausgewanderte Chasdal b. Salomo gegen Amram Efrati^),so waren diese Erscheinungen doch nur seltene Ausnahmen. Denmeisten Rabbinen war das Rabbinat ein heiliges Priesterthum, demsie mit fleckenlosen Händen, reinem Herzen und in selbstlosem Strebendienten. Sie leuchteten der Gemeinde voran nicht blos in Gelehr-samkeit und Frömmigkeit, sondern auch in Gesinnungsadel, Gewissen-haftigkeit und Sittenreinheit. Selbst jene ehrgeizigen Rabbinenhaben sich nur Stellenjägerei und Unverträglichkeit zu Schuldenkommen lassen, und es hieße ihr Andenken beleidigen, wenn man siemit den Dienern der Kirche auch nur vergleichen wollte. Denn zukeiner Zeit war das Christenthum durch seine Vertreter mehrgeschändet, als im vierzehnten und im folgenden Jahrhundert. Seit-
') Die genannten Quellen zur Geschichte Portugals.
2 ) Isaak b. Scheschet Respp. Xo. 374 ff. Das. 445.