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Geschichte der Juden.
Gesetz: Daß Rabbinen und Gemeindevorsteher fortan weder Todes-strafe, noch Verlust eines körperlichen Gliedes, noch Verbannungüber einen ihrer Glaubensgenossen verhängen dürften. Für peinlicheFälle sollten die Juden christliche Richter wählen, denn die Judensollen nach dem Ausspruch der Propheten nach Jesu Erscheinen allerMacht und Freiheit beraubt sein*). Der noch immer erbitterteKönig schenkte auch anderen Anklagen gegen die Juden Gehör,namentlich, .daß sie die Christen und die Kirche in ihrem Gebete ver-wünschten und Mohammedaner, Tataren und Personen von anderenVölkerschaften ins Judenthum aufnähmen und beschnitten. Beideswurde unter Androhung schwerer Strafe verboten. — Nicht nurder König und der Hofkreis, sondern auch die castilianische Bevölke-rung war wegen des dem Anscheine nach ungerechten Bluturtheilsan Joseph Pichon erbittert gegen die Juden geworden, weil nichteinzelne Personen, sondern die Hauptvertreter der Juden, Vorsteherund Rabbinen, daran betheiligt waren. Die Christen von Sevilla,die den Hingerichteten geschätzt und geliebt hatten, wurden dadurchvon einem solchen Hasse gegen die Juden entflammt, daß sie nur aufeine Gelegenheit lauerten, um Rache an ihnen zu nehmen -).
Anschuldigungen gegen die Juden und Gesuche, sie zu beschränken,wurden seit der Zeit die Tagesordnung der Cortes-Versammlungen,wie früher unter den westgothischen Königen auf den Concilien. Dergegen sie aufgebrachte Don Juan ging meistens darauf ein, in soweit dadurch den königlichen Finanzen kein Schaden erwuchs. Ergenehmigte auf den Cortes von Valladolid (1385 3) das von derGeistlichkeit angeregte Gesuch, die kanonischen Beschränkungen zu ver-wirklichen, erließ demgemäß ein Verbot gegen das Zusammenwohnenvon Juden und Christen, gegen das Verabreichen von Nahrung anein jüdisches Kind von Seiten einer christlichen Amme und belegtesolche entsetzliche Verbrechen mit öffentlicher Prügelstrafe. Der Königerhob auf einen Antrag als Gesetz: Daß kein Jude (und Moham-medaner) künftig als Schatzmeister, sei es beim König, der Königinoder einem Jnfanten fungiren dürfte. Derjenige Jude (oderMohammedaner), der rin solches Amt übernähme, sollte sein Ver-
r) Cortcs-Verhandlungen, äs los Lios das. 336 f. Note.
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°) Lindo, Auszug aus den Cortcsgesctzcn p. 166 ff. Nur findet sich dortein Druckfehler; statt: Oortes mst nt 8aruAossa muß cs heißen: at Valla-äol lä.