Geschichte der Juden.
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vier Söhnen, Salomo, Joseph, Abraham und Haquinet wurdeder erstere in das Amt seines Vaters als Obereinnehmer und poli-tischer Vertreter der französischen Juden eingesetzt, der zweite gingzum Christenthum über^). Salomo und seine Brüder genossen beiHofe dasselbe Ansehen wie ihr Vater, waren auch von dem Tragendes schändenden Abzeichens befreit und traten auch für das Interesseihrer Stammesgenossen ein; allein unter den Juden selbst scheint ihreStimme nicht dasselbe Gewicht gehabt zu haben, wie die ihres Vaters.Mit dem Tode König Karl's V. hörte überhaupt ihre Bedeutung auf.Der Regent Louis, Herzog von Anjou, bestätigte zwar — für Sum-men — sämmtliche Privilegien der französischen Juden (14. Oct. 1380)und verlängerte deren Aufenthalt um noch fünf Jahre. Allein seinSchutz reichte nicht weit, oder vielmehr, er zog durch seine Unbeliebtheitdie Juden in Mitleidenschaft. Die arme Bevölkerung von Paris,welche durch den Steuerdruck zur Verzweiflung getrieben, von demunmündigen König und dem Regenten durch Zusammenrottungenstürmisch Abhilfe verlangte, wurde von dem verschuldeten Adel gehetzt,ihr Geschrei auch gegen die Juden zu erheben, daß der König sie,„die schändlichen Wucherer, welche die Familien ruinirten," aus demLande jagen möge. Die Volksmasse blieb aber nicht bei den Ver-wünschungen stehen, sondern, immer von dem Adel aufgestachelt, stürztesich (16. November 1380) auf die Häuser der Juden, zerbrach dieKasse der Obereinnehmer (der Familie de Vesou), plünderte dieWohnungen, zerriß die Schuldscheine, eignete sich die aufgehäuftenPfänder an, tödtete auch einige Juden und entriß den fliehenden,klagenden jüdischen Frauen ihre Kinder aus den Armen, um sie so-fort zu taufen. Der größte Theil der Gemeinde von Paris entkamdem Tode nur durch die Flucht in die Feste ClMelet. Der Regentwar über diese Gewaltthätigkeit sehr aufgebracht, weil ihm dadurcheine Quelle zur Befriedigung seiner Habsucht zu versiegen schien,konnte aber wegen der Aufregung der Volksmassen für den Augenblickdie Schuldigen nicht bestrafen. Er ließ vor der Hand die Judenwieder in ihre Häuser einsetzen und ausrufen, daß ihnen die geraubtenGüter wieder zugestellt werden mögen. Aber nur wenige kehrten sichdaran. Auch der Prevot von Paris, Ritter Hugues Aubriot —ein thatkräftiger Mann, der sich um die Verschönerung und Ver-größerung der französischen Hauptstadt verdient gemacht hat — nahmsich der Juden eifrig an. Er setzte es namentlich durch, daß die ge-raubten und getauften jüdischen Kleinen ihren Eltern wieder über-
1) Orckovnaiiess a. a. O. Dcpping distoirs äss ckuits p. 192.