Druckschrift 
8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

20

Geschichte der Juden.

seinen Kronenraub geheiligt und seine Legitimität sanctionirt. AusDankbarkeit und auch aus falscher Religiosität machte er ihr Zu-geständnisse. Auf seinen Befehl mußten die Juden wieder zu wider-lichen Religionsdisputationen herhalten, wobei viel zu verlieren undwenig zu gewinnen war, weil in diesem Wortkampf Licht und Luftungleich vertheilt waren. Zwei getaufte Juden erhielten vom Königedie Befugniß, in jeder Provinz oder Stadt Castiliens Religions-gespräche veranstalten zu dürfen und die Juden zu zwingen, sich aufihre Einladung dazu einzufinden.

Einer dieser Apostaten war Johannes von Valladolid'). InBurgos fand die Disputation in Gegenwart des Erzbischofs Gomezvon Toledo statt. In Avila mußte sich die ganze Gemeinde in diegroße Kirche begeben (1375), wo im Beisein vieler Christen undMohammedaner disputirt wurde. Von Seiten der Juden führte derauch mit den christlichen Religionsquellen vertraute Mose Kohende Tordesillas das Wort. Der Arme ging mit Zagen an diesesgefährliche Geschäft. Er hatte die christliche Liebe bereits empfunden.Während des Bürgerkrieges hatten ihm christliche Banden alle Hab-seligkeiten geraubt und ihn auch körperlich mißhandelt, um ihn zurAnnahme des Christenthums zu zwingen. Er bestand zwar allediese Prüfungen mit dem Muthe fester Ueberzeugung, verarmte aberso sehr, daß er von der Gemeinde von Avila Unterstützung annehmenmußte 2 ).

Allzuschiver wurde indeß Mose von Tordesillas das Disputirennicht gemacht. Denn da der getaufte Johannes von Valladolidsich anheischig machte: Die Dogmen des Christenthums, Jesu Messi-anität, Göttlichkeit und Menschwerdung, die Dreieinigkeit und dieJungfräulichkeit der.Gottesmutter" aus dem alten Testamente zubeweisen, so war es seinem jüdischen Gegner leicht, die allzuerbärmlichen

') Dieser Convcrtit wird öfter von Alfonso de Spina in dessen Voi-ta-litiuna llcisi unter dem Namen llollannes oonvsrsns oder magnns llollannescitirt und ist verschieden von Alfonso de Valladolid. Er allegirt von ihm,daß er vierzig Jahre nach dem Vorfall des Propheten von Avila 1295 geborensei, 1335. In oonsiäsratio VII thcilte er von demselben mit: qni (.lallannes)sx prasospto rSAis in oivitato UnrASnsi oorarn «loiniiio Ooin solo,^reliiepisoopo Vo1s1a.no, oni rsx nsAOtium eoinmisit, äispntavit oninsapienlilms lluäasornin. Dasselbe erzählt Mose de Tordesillas in nnonn iip(Ns.) Einl. (5135 1375 '>'bnx mv) aMn -io- (n> 2 nv) ini.-oi

NNL -finn vonn N22 nenn NIM anb innai VNNIN N'SNV bp'ba

llnn>' noinnb boai r-N'ir- NNIN'N bo NN -ponb anb nvnnv

. n'vnin ono>^ nn) nb'nna vmn v'mn an>nn onvsna

°) Einleitung zu nnnnn nix.