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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Allein wenn auch der König den Antheil, den die Juden an demKriege gegen ihn hatten, ihnen rachsüchtig nicht nachtrug, so vergaß ihndie Bevölkerung nicht. Der Adel und die Bürger konnten es ihnennicht verzeihen, daß sie ihnen in den belagerten Städten und inoffener Feldschlacht als Feinde gegenüber gestanden hatten. Rache-

gefühl und Judenhaß machten sie blind gegen den Vortheil, welchendie Juden der Wohlfahrt des Staates brachten, und sie sannen nurdarauf, ihre Leidenschaften zu befriedigen. Jene waren die Besiegten,darum sollten sie zu einer Art Knechtschaft gedemüthigt werden. Diefeindselige Stimmung der Bevölkerung gegen die Juden machte sichgleich bei dem ersten Zusammentritt der Cortes von Toro (1371)Luft. Hier eröffneten die Judenfeinde ihre ersten Angriffe. DieCortes beklagten sich beim König, daß diesesschlimme und keckeGeschlecht", diese Feinde Gottes und der Christenheit,hohe Aemter"bei Hofe und bei den Granden des Reiches bekleideten, daß ihnen dieSteuerpacht übergeben worden sei, und daß sie dadurch schwacheChristen in Abhängigkeit und Furcht erhielten. Die Cortes stellten

daher bestimmte Forderungen in Betreff der Juden an die Krone:Sie sollten fernerhin zu keinerlei Amt zugelassen werden, in eignenJudenvierteln, gesondert von der christlichen Bevölkerung, wohnen,das Judenabzeichen zu tragen gezwungen werden, nicht in reichenGewändern öffentlich erscheinen, nicht auf Mauleseln reiten undendlich keine christlichen Namen führen dürfen. Don Heinrich kamendiese Forderungen ungelegen; allein er konnte nicht umhin, ihnenZugeständnisse zu machen. Zwar verwarf er die meisten Punkte mitder Bemerkung, daß er sich bei der Behandlung der Juden das Ver-fahren seiner Voreltern und namentlich seines Vaters, Alfonso XI.,zur Richtschnur nehmen werde. Aber die zwei Beschränkungen, dieer zugestand, waren, wenn auch nicht materieller Natur, doch vonsehr schlimmer Wirkung. Die castilianischen Juden sollten das ent-ehrende Abzeichen tragen und die landesüblichen Namen ablegenU-Dadurch war ihr castilianischer Stolz, den sie mit den Granden undHidalgos theilten, aufs Tiefste verletzt. Anderthalb Jahrhunderte be-stand bereits das kanonische Gesetz für das Judcnabzeichen, die Aus-geburt päpstlicher Unduldsamkeit und Lieblosigkeit, seit Jnnocenz III.,die Juden Castiliens hatten sich dessen so lange zu erwehren gewußt.

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