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Geschichte der Juden.
merksamkeit geschenkt wurde, niederzuschreiben und zu verewigen. Sieund ihre Jünger Eisak Tyrnau (aus Ungarn), den eine Sagezum Vater einer schönen Tochter in einem eigenthümlichen roman-tischen Gewebe machte H, und Jacob Mölin (Llabaril) haben nursolche geistlose Zusammenstellungen hinterlassen, die sie von ihrenLehrern überkommen hatten. Wenn diese östreichische Schule, welchedamals das Uebergewicht hatte, so geistesarm war, um wie vielmehr die rheinische, von der nur Namen bekannt sind. Ein Rab-biner von Straßburg aus dieser Zeit ist nur durch seine Schick-sale bekannt geworden. Samuel Ben-Aaron Schlettstadt ^),welcher bereits mehrere Jahre in der Hauptstadt von Elsaß sungirthatte, wurde beschuldigt, ein strenges Gericht über zwei jüdische Ver-räther geführt zu haben, weil sie den benachbarten Raubrittern, denHerren von An dl au, zum Nachtheil der Juden Kundschaft hinter-bracht hatten. Einer von ihnen, Namens Salamiel, wurde durch
H Aus dem Besitze des Dichters David Franco thcilte Gabriel Polakeinen eigenthümlichen Roman mit, worin Eisak Tyrnau und seine schöneTochter die Hauptrolle spielen (in einem Merkchen tw-n oder
-'-.-av.n '1 rime-, Königsberg 1859). Ein schöner Erb-
herzog habe sich in Eis. Thrnau's schöne Tochter verliebt und dem Vater dasVersprechen abgenommen, wenn er einst ihrer Hand würdig, d. h. ein tüchtigerTalmudist werden würde, sic ihm nicht zu versagen. Er sei dann hinter demRücken seiner Mutter auf Reisen gegangen, habe sich seiner Begleiter durchGift entledigt, sei in ein llst-ba-Lliärasob cingctrctcn und habe sich mit sovielem Eifer auf das Talmudstudium geworfen, daß er ein bedeutender Jünger(Laebur) geworden sei. Tann unerkannt in das Lehrhaus des Eisak Tyrnaueingctrcten, habe er sich zuletzt zu erkennen gegeben, denselben an sein Ver-sprechen erinnert und die schöne Rabbinertochtcr gchcirathct. Die trostloseHerzogin-Mutter, welche ihren verschwundenen Sohn überall hatte suche» lassen,sei selbst, von der Schönheit des jungen Paares angclockt, bei dessen Hochzeitzugegen gewesen, ohne ihren Sohn zu erkennen. Durch eine Badefrau, dieihn an einem Maale erkannte, sei er vcrrathen worden, habe indeß seine fürst-liche Abkunft hartnäckig geleugnet und sei vom Kaiser zum Tode vcrurthciltworden. Seine unglückliche Mutter habe sich an den Juden Tyrnau's undbesonders an dem Rabbiner Eisak rächen wollen. Da habe sie ihr Sohn imTraume gewarnt, und sie habe sich mit der Vertreibung der Juden ausTyrnau begnügt.
") Vgl. über ihn aus einem Berichte von Joseph Loa ns oder Joselmann(Josclin) Rosheim abgcdruckt, Monatsschr. 1875, 409. Die Bannformcln, abgc-druckt in Coroncl's Sammelwerk p. 108b, vcrgl. das. p. 111b ff. und
Orient VI. 789. Ausführlich zusammengestellt: Larmol/, ln Vranos Israolitsp. 188 f. und S- Landauer, „ein gelehrter Rabbi auf der Festung Landsberg"Gcmcindezeitung für Elsaß-Lothringen 1880 Xo. 15. Schlettstadt's Enkel(Ahron b. Abraham?) hat eine Nomcnclatur der Toßasistcn unter dem Titelee- zusammengestellt, cdirt in Ben-Jakob's vsbarim Xttiklw x. 7 sf.Derselbe hat demnach in der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts gelebt.