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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Die Juden in Frankreich.

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Sobald aber der staatskluge Dauphin unter dem Namen Karl V.den Thron bestieg und ein festes Regierungssystem verfolgte, sichnämlich des Beiraths der Stände zu entledigen, sicherte er sich vorallem die.Einnahmequellen von Seiten der Juden (Mai 1364). Erstellte ihre zum Theil von seinem Vater verletzten Privilegien wiederher, verlängerte die Erlaubnis; zu ihrem Aufenthalte um noch sechsJahre und gestattete sogar unter der Hand den jüdischen Geld-männern, mehr als achtzig Procent zu nehmen H. Auf das Gesuchdes für seine Glaubensbrüder so eifrigen Manessier de Vesou ent-zog er wieder die Juden der ständigen Gerichtsbarkeit und stellte siewieder unter den ihnen officiel zugewiesenen Beschützer, den Grafenvon Etampes 2 ). Den Geistlichen, welche ihren Haß gegen die Judenbis zur Unerträglichkeit steigerten, legte er mit Strenge das Hand-werk. Die hohen Prälaten hatten nämlich in Südfrankreich predigenlassen, die Christen sollten bei Strafe des Kirchenbanns mit denJuden keinerlei Verkehr haben, ihnen nicht Feuer, Wasser, Brod,Wein reichen oder verkaufen, und hatten auf diese Weise wiedereinen Fanatismus entzündet, der nicht blos das Vermögen, sondernauch das Leben der Juden bedrohte. Dagegen erließ nun der Statt-halter von Languedoc im Namen des Königs eine Ordonnanz an dieBeamten: Laien, Geistlichen und alle diejenigen, welche feindselig gegendie Juden verfahren sollten, unnachsichtlich an Gut und Leib zu be-strafen 2).

Unter Karl's V. Regierung (13641380) hatten daher dieJuden Frankreichs eine leidliche Existenz. Manessier blieb auch unterihm Haupteinnehmer der Judensteuer für das nördliche Frankreich(UanZuö cl'OzO); im südlichen Landestheile (UanAws ä'Oo) fungirteals solcher Denis Quinon. Auf die Klage des Letztem, daßeinige getaufte Juden im Verein mit Geistlichen Juden gewaltsamin die Kirche geschleppt und sie gezwungen Hütten, die Predigten mitanzuhören, erließ Karl (März 1368) einen Befehl an seine Beamten,solchem ungebührlichen Zwange mit Strenge zu steuern H. Nur ein-mal wurde das freundliche Verhältniß zwischen dem König und denJuden gestört. Es liefen Klagen gegen jüdische Wucherer ein, daßsie einen hohem Zins genommen hätten, als das Gesetz erlaubt hatte.Karl beschloß daher mit seinem Nathe, die Juden wieder aus Frank-reich zu verbannen (um 1368). Es scheint aber nur eine Spekula-tion gewesen zu sein, um bedeutende Summen von ihnen zu er-

") Das. V. IV. 439, V. x. 496. 2 ) Oktober 1364, das. IV. x. 496.

°) Oräomikuwes IV. p. 440 f. Das. V. p. 167 f.