Druckschrift 
4 (1834)
Entstehung
Seite
91
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YI

so bald und mit solcher Inbrunst lieben lernte.Hatte ich um Eine geworben, die ich weniger lieb-te ich hätte mir kein Gewissen daraus gemacht,sie trüglich zur Ehe zu bewegen. Wie es jetztsteht nun jetzt ist es überflüssig bei mir, someinen Entschluß zu bedenken da ich nicht einmalwehr eine Wahl zu treffen habe; da ihr Vatervielleicht schon den Schleier von meiner angemaß-ten Würde weggchobcn hat, und die Tochter schonbei meinem Nasen schaudernd zurückbebt. Unddoch will ich sic sehen! Ich will noch Einmal indieß Engels-Antlitz schauen; ich will von ihrem eig-nen Munde das Geständniß ihrer Verachtung hö-ren, ich will sehen wie dieß leuchtende Auge Bli-tze des Hasses auf mich schießt, und dann kannich wieder meinem heillosen Gewerbe mich erge-ben und vergessen, daß ich je bereute es ange»saugen zu haben. Und doch, was hatte ick sonstfür eine Wahl! Freundlos, Heimathlos, Namen-los eine Waise, schlimmer als eine Waiseder Sohn einer Hure mein Vater völlig unbe-kannt; zu meinem Unglück begabt mit frühem Ehr-geltz und Thatigkcitstricb, mit einem halben Schim-mer von Gelehrsamkeit und einem ausgemachtenHang zu Allem, was unternehmend aussah wasWunder, daß ich Alles eher erwählte, als saureArbeit Tag für Tag und ewige Schande? Alleszeigt mir: die Schuld liegt am Glück und an derWelt, nicht an mir. O Lucie! wäre ich nur in