Druckschrift 
4 (1834)
Entstehung
Seite
70
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NUN, um so besser, wenn sie einen andern, schö-nem und vorgczogncn Liebhaber hat. Bei derMenschcnverachtnng. die in meiner Brust herrscht,die mich in den Stand gesetzt hat, zu verspotten,was schwächere Geister aubctcn und die weltlicheEhre, woraus die Narren einen Thron machen,als Fußschemel zu gebrauchen, wäre cs mir süßerals Ruhm, ja süßer als Macht und Gewalt, wennich es erlebte, daß dieser feingesponnene Lordzum Gespött im Munde der Leute würde einHahnrei ein Hahnrei!" und bei diesem letztenWort lachte Branden laut auf. Und er meintauch" fuhr er fort, meines Vermögens ganz ge-wiß zu seyn; sonst würde er, der Abkömmlingdes Goldschmids, unser Haus wohl kaum mit sei-nen Anträgen beehren; aber da könnte er sich ir-ren, er könnte sich irren!" hier endigte Brandensein Selbstgespräch und zugleich den Brief mitden Worten:Adieu, mein lieber Lord! Ihr zärt-lichster Freund!"

Den Eindruck, welchen Brandons Brief aufLucie machte, kann man leicht erachten; er machtesie unglücklich; sie mochte einige Lage nicht ans-gchen; sie verschloß sich in ihrem Gemach undverbrachte die Zeit unter Thräncn und Kampfmit ihrem eignen Herzen. Bisweilen siegte das,was sie für ihre Pflicht hielt und entschloß sie sich,ihrem Geliebten abzuschwörcn; aber die Nachtvernichtete das Werk des Tages; denn bei Nacht,