Druckschrift 
1 (1834)
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen
 

S5

hatte sie an diesem Tage der Flasche reichlicher alsgewöhnlich zugesprochcn und die Merkmale desRausches, die in ihrem unsichern Gang, ihrem aus-drucklosen Auge, ihrem stieren Blick, ihren Hochro-then Wangen sich kund gaben, Alles dieß flößtePaul Gefühle ein, welche in diesem Augenblick dieEmpfindlichkeit in eine Art von Verachtung ver-wandelten. Er flüchtete vor ihrer Berührung andie Schwelle.Wowillscht Du hin, Du Allerwclts-Ranke!" rief die Dame,nimm Dich zusammen undsprich nicht mehr von der Sache, sey ein gescheudterJunge und Du sollscht den Beddel haben!"

Aber Paul achtete nicht auf diese Einladung.

Ich will nicht langer das Brod des Müffig-gangs und der Zärtlichkeit essen," sagte er mürrisch.Gott befohlen! und wenn ich Euch je erstatten kann,was ich Euch gekostet, so werde ich es thun."

Mit diesen Worten kehrte er sich ab, und dieDame, der bei dieser unziemlichen Erwiederung aufihr freundliches Anerbieten die Galle iiberlief, schriehinter ihm drein und beschwor den Herrn in schwarzerTracht, der drunten den Fcuerdienst besorgt, ihnzu begleiten.

Die Brust voll von Verdruß, Stolz, Schaamund einem halb freudigen Gefühl errungener Unab-hängigkeit, ging Paul seines Wegs, er mußte selbstnicht wohin. Er trug den Kopf nach vornehmerManier und seine Beine nahmen von selbst einenstolzen militärischen Gang an. Er war noch nicht