Druckschrift 
1 (1834)
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

4Z

Dummie wollte vielleicht die Gelegenheit benützen,welche die Bewußtlosigkeit der Wirthin ihm darbot,und so öffnete er bei dem erlöschenden Schimmerder Kerze, die in der Todteukammer brannte, hastigeine große Kiste, die sonst unter dem Bett verborgenstand und die Garderobe der Verblichenen enthielt,und wühlte mit nnehrerbietiger Hand in dem Lin-nen und der Seide, bis er ganz ans dem Bodendes Schreins einige Packe mit Briefen entdeckte;dies« nahm er und versenkte sie in seinen Kleidcr-taschen; dann stand er ans, brachte die Kiste wiederan ihren Ort, warf einen verlangenden Blick nachder Uhr ans dem Toilette-Tisch, die von Gold war;aber er zog sein Auge wieder zurück und machte,mit einem langen, nnmnthigen Seufzer, die Be-merkung:Die alte Veddel kennt sie, Gott verzeih'sihr! aber wenigschdens will ich dies; da mitlanfenlassen, wer weiß, wo man'- einmal brauchen kann;hend' im Morascht, morgen im Pallascht heißd's,"und damit strekte er seine rohe Hand nach den gold-nen seidenen Locken aus, die wir beschrieben haben.,,s' ischt ein seltsames Zeug und bringt Einen inVerlegenheit; aber stumm! heißt das Wort, ummeines eignen kleinen Halses willen."

Mit diesem kurzen Selbstgespräch stieg Dummiedie Treppen hinab und machte sich ans dem Hanse.