129
Abgesehen von den Gründen die er hatte, Ludwig zu Haffen,wegen der Aufmunterung und Unterstützung, welche die-ser König früher den Lancastrischen Verbannten gewährthatte, empfand Edwards Stolz als Souverän aufs bit-terste die geringschätzige Verachtung, womit der französtscheKönig bisher sein Königthum und seine Geburt behan-delt hatte. Der gewöhnliche Spottname, den ihm dieBosheit zu Paris gab, war „der Sohn des Bogenschützen,"ein Hieb ans den Nus seiner Mutter, welche die böse Weltanklagte, daß sie die Treue gegen den Herzog von Uorknicht streng bewahrt habe. Ausserdem empfand EdwardEtwas von der Eifersucht, die bei einem selbst so begab-ten und geistvollen König natürlich war, auf den RufVon tiefer Staatsklugheit und Politik, welchen Ludwig XI.an allen Höfen Europas genoß, und welcher mit reißen-der Schnelligkeit stieg und sich immer weiter verbreitete.Und neben der Erbitterung und neben der Eifersucht warin seinem kriegerischen Herzen ein geheimer Wunsch er-wacht, die Ansprüche Englands auf den Thron von Frank-reich wieder geltend zu machen, und die von Heinrich demFünften gemachten, von Heinrich dem Sechsten verlorenenEroberungen aufs neue zu gewinnen. Bei diesen Empfin-dungen und Absichten erblickte nothwendig Edward inder Allianz mit Burgund das Mittel, im höchsten Gradeseinem Haß sowohl, als seinem Ehrgeiz zu genügen. DerGraf von Eharolois hatte dem König Ludwig die tödt-lichste Feindschaft geschworen, und mußte alle Beweg-gründe der Rachsucht und des eigenen Vortheils haben,Bulwer'S Romane. VIV. g
- - La-d- ^