möchten gerne hoffen, daß er von unser» Damen werdebesiegt werden/'
„Diese letztere Hoffnung ist schon in Erfüllung ge-gangen/' sagte der Graf galant, indem er auf die Knieesich niederlaffend, die ihm dargebotene schöne Hand küßte.Dann stand er auf, und die junge Prinzessin Margarethavoll und sogar keck anblickend, fuhr er fort: „Ich habezu oft das Bild der Lady Margaretha gesehen, als daßich nicht wüßte, daß ich mich in ihrer erlauchten Gegen-wart befinde."
„Ihr Bild! Herr Graf," sagte die Königin, „wirwußten nicht, daß es je schon gemalt worden."
„Verzeiht mir, es geschah heimlich und verstohlen."
„Und wo habt Ihr es gesehen?"
„Bei meinem Bruder, dem Grafen von Charolois,der es an seinem Herzen trägt," antwortete de la Rochein flüsterndem Tone.
Margaretha erröthete in sichtlichem Stolz und Ent-zücken; und der listige Gesandte ließ den Eindruck, denseine Worte gemacht hatten, in der Stille seine weitereWirkung thun, und wandte sich mit all der ihm eigenenmuntern Lebhaftigkeit zu der schönen Königin und ihrerhochmüthigen Mutter.
Nachdem er eine kurze Zeit dieser mit vielen Kompli-menten gewürzten Unterhaltung gewidmet, schickte sich derGraf an, die Menagerie in Augenschein zu nehmen, aufwelche der König sehr stolz war. Edward, der Königindie Hand bietend, ging voran, und die Herzogin von Bed-