Druckschrift 
4 (1843)
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

de- RitterthumS, und während er das wirkliche Weib zuseinem Spielzeug machte, behandelte er das ideale Weibimmer wie eine Göttin. Eine verfeinerte Galanterieeine unterwürfige Höflichkeit gegen Dame und Demoiselle verband die Sprache eines AmadiS mit der Zügellosig-keit eines Gaolor, und ein weit anlockenderer Contrast,als welchen der Hof Carls II. gegenüber der herben undLüstern Republik darbot, verführte und berückte den großenHaufen, wenn er den Hof dieses höchst muthigen, tapfer»und schönen Fürsten verglich mit den traurigen, schwer-müthigen Cirkeln, in welchen Heinrich VI. geherrscht undgebetet hatte. Auch war es so unmöglich, Edward selbstmit strenger Gerechtigkeit zu beurthcilen, daß seine außer-ordentliche Popularität in London, wo man ihn täglichsah, nie durch seine Fehler geschwächt wurde; er war sokühn im Feld, und doch so mild im Gemach; wenn seineLeidenschaften schliefen, war er so durch und durch gut-müthig und umgänglich so freundlich gegen Alle, diein seine Nähe kamen so herzlich und fröhlich in seinemGespräch und in seinen Lastern, und im Ganzen so präch-tig und großmüthig -. und trotz seiner trägen Genußsuchtwaren doch seine Talente zu den Geschäften bewunderungs-würdig und diese Eigenschaft zwang den guten Lon-doner» Achtung ab; er sprach oft selbst Recht, wie dieKalifen des Orients, und zwar mit viel Scharfblick undGewandtheit. Wie alle ausschweifenden Männer hatteer einen heilsamen Anstrich von Habsucht. Jene Ver-achtung des Handels, welche eine moderne Aristokratie