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tere allein herrschend; nnn knüpft sie ans einmal alles zusammen, worinsie eine für sich bestehende Kraft, ein eigenes Lcbensprincip entdeckt; undda alles Positive mit einander verwandt und eigentlich Eins ist, alle Ab-sonderung von Individuen aber nur durch Beschränkung entsteht, so er-folgt hieraus nothwendig von selbst ein Streben nach einer in sich selbstgeschlossenen Vollständigkeit. DaS Gcmüth also, auf das der Künstler soeingewirkt hat, ist immer geneigt, von welchem Objecte es auch ans-gehcn möchte, doch den ganzen damit verwandten Kreis zu vollenden, undimmer im eigentlichsten Verstände eine Welt von Erscheinungen auf ein-mal znsammenzufassen.
Mehr aber als das Gcmüth zu stimmen ist nicht die Absicht desDichters, die sich überhaupt nie über das Snbjcct hinaus erstreckt, unddie Gegenstände nie anders schildert, als um in ihnen den Menschendarznstellen; und so viel muß er jedesmal leisten, er mag den einfachstenStoff, einen Sonnenaufgang, einen schönen Sommerabcnd, oder jedeandere einzelne Natnrsccne besingen, oder eine Ilias, eine Messiadc dich-ten. So unzertrennlich ist diese Forderung mit seinem Dichter- undüberhaupt mit seinem Künstlerbcrufe verbunden.
Auch ist die Erfüllung derselben im genauesten Verstände nur dasWerk der echten Künstlernatur. Denn statt daß, wie man vielleicht zugtanbcn geneigt ist, nur der ernste, große, gehaltreiche Dichter am bestendiese Totalität erreicht, führt uns gerade der ihr am nächsten, welchemder Genius der Kunst seine größestc Leichtigkeit verliehen hat, der die Einbil-dungskraft am zartesten und leisesten zu bewegen versteht, dessen Tönensic am üppigsten entgcgcnschwillt, der sic mit einer unendlichen Sehn-sucht nach immer neuen Verbindungen, immer neuen Flügen erfüllt.Denn darin eben besteht dies Allumfassende, das er ihr mitthcilt, daß sicnirgends so schwer auftritt, um sich an Einer Stelle fcstznwnrzeln, daßsie immer weiter und weiter schweift, und doch immer den ganzen Kreiszugleich beherrscht, den chic dnrchstrichcn hat; daß ihre Wonne an Wchmnth,ihre Wchmnth an Wonne gränzt; daß sie nichts mehr in der Farbe derWirklichkeit, alles nur in dem Glanze erblickt, mit dem sic es, wie durcheinen geheinmißvollcn Zauber, überkleidet.
Es ist nicht mehr schwer, eine Welt zu bewegen, wenn man einenPunkt außerhalb derselben gefunden hat, auf den man mit Sicherheitfußen kann.