Nun ist es durchaus nicht gleichgültig, in welche Thierartdie Bandwurmeier schließlich eingeführt werden; die Erfahrunglehrt vielmehr, daß sie in der Regel nur in für jede Band-wurmart bestimmten Thierformen sich ansiedeln, die aber fastimmer von derjenigen Art, welche den ausgebildeten Bandwurmbeherbergt, verschieden sind und oft sehr weit von dieser stehen.So wissen wir z. B., daß die Embryonen unseres Kürbis-kernwurmes (Taonia soiiunr I-.) fast nur im Schweine gün-stige Verhältnisse für die weitere Entwickelung finden, währenddie Embryonen des feisten Bandwurmes (Taenia sao-mata6okM) nur im Rind sich weiter entwickeln. Verfüttert manEmbryonen der Päonin solium an Rinder und umgekehrt solchevon Taouia saginata an Schweine, so bleibt aller Erfolg aus,d. h. die eingeführten lebenskräftigen Embryonen sterben ab.
Sind die Bandwurmeier in die ihnen zusagenden Thieregelangt, so werden die in denselben eingeschlossenen Embryonenim Anfangstheil des Darmes frei und bohren sich mit Hülfeihrer sechs Häkchen in die Darmwand ein, wo sie in der Regelauf Blutgefäße stoßen. In solche eingedrungen, werden sie mitdem Blutstrom im Körper fortgeführt, gelangen dabei zunächstin die Leber und oft auch über diese hinaus. An den ver-schiedensten Körperstellen, häufig schon in der Leber, bleibendie Embryonen haften und wandeln sich nun in einem meistlangsamen, etwa 2 bis 3 Monate in Anspruch nehmendenProzeß in einen Blasenwurm, Finne um.
Selbstredend ist der Besitz solcher Finnen für das betref-fende Thier nicht immer gleichgültig: je nach dem befallenenOrgan, der Zahl der eingedrungenen Embryonen, die nichtselten auch noch aktiv wandern, und je nach der Größe, welchedie Finnenzustände erreichen können, sind die Störungen, welcheihre Anwesenheit und ihr Wachsthum mit sich bringen, ver-schiedenartige und -gradige; eine Finne in der Haut z. B. oder
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