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mache» meine» jetzigen. Dieser theure Brief, ichküsse ihn wieder — o daß Morgen schon gekommenwäre!
Dienstag. Wieder ein Brief — so freundlich,so zärtlich, so ermulhigend: wollte Gott ich verdientediese Lob spräche! ach ich sündige ja, indem ich sie lese.Ich weiß, ich sollte mehr gegen meine Empfindungenankämpfen — Einmal versuchte ich's; ich flehte zumHimmel um Stärke; ich entfernte von mir Alleswas mich an ihn erinnern konnte — drei Tage langwollte ich seine Briefe nicht öffnen. Dann konte ichnicht mehr widerstehen, und meine Schwachheit wurdedurch die Ohnmacht meines Kämpfen nur erhöht.Ich besinne mich, daß er uns eine« Tags von einerschönen Stelle bei einem Alten redete, worin derbitterste Fluch gegen die Lasterhaften ausgesprochen,der ist: sie sollten die Tugend vor Augen haben, undnicht im Stande seyn, sie zu erreichen *)» — das istmeine Strafe!
Mittwoch. Mein Knabe ist bei mir gewesen;ich seh' ihn jetzt vom Fenster aus Feldblumen pflü-cken und jedem Sommerfalter nachjagcn, der ihm inden Weg kommt. Früher war er mein ganzes Glück,meine ganze Unterhaltung; jetzt ist er mir theurerals je; aber er nimmt nicht mehr alle meine Ge-danken in Anspruch. Ich duich aufe die Blätterdieses Tagebuchs; ehmals enthielt es alle die kleinen
*) Perslns.