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Schwäche zu lang nachgegeben — ich schaudre vordem Abgrund dem ich entronnen bin. Noch kann ichfliehen. Er wird heute hieher kommen — er sollmein Lebewohl empfangen.
Samstag Morgens 4 Uhr. Ich bin seit eilf Uhrallein in diesem Zimmer gesessen. Ich kann meinenGefühlen nicht Luft machen; ste scheinen wie voneiner Last niedergedrückt, unter der ste sich nichterheben können. Er ist fort und für immer!Ich sitze da, wiederhole mir diese Worte und verstehekaum ihren Sinn. Ach wenn Morgen kommt undder nächste Tag und der übernächste und ich ihnimmer nicht sehe: 0 dann wahrlich! werd' ich erstzum ganzen TodeSschmerz meines Verlustes erwachen.Er kam her — er fand mich allein — er flehte michan mit ihm zu fliehen. Ich wagte nicht seinen Augenzu begegnen; ich verhärtete mein Herz gegen seineStimme. Ich wußte, welchen Entschluß ich zu fas-sen hatte; ich habe ihn gefaßt—aber welche Kämpfe,welchen Jammer hat er mir nicht verursacht! Werhätte gedacht, daß eS Einem so schwer werden könnte,tugendhaft zu seyn! Seine Beredsamkeit trieb michaus einem Bollwerk ins andre, und zuletzt hatte ichkeine Zuflucht mehr als seine Barmherzigkeit. Ichschloß mein Herz auf, ich zeigte ihm seine Schwäche,ich flehte ihn an um Schonung. Meine Thränen,meine Qualen überzeugten ihn von meiner Aufrich-tigkeit. Wir schieden schmerzlich, aber, dem Himmelsey Dank! nicht schuldig. Er bestürmte mich um die
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