Druckschrift 
Viertes Bändchen (1836)
Entstehung
Seite
106
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in dem Frau von Stai-l gewöhnlich schlief und häufigschrieb, obgleich die gute Alte, die uns umher führte,versicherte, sie habe in allen Zimmern geschrieben.Ihre Schriften sind allerdings nur eine Episode ihrermündlichen Unterhaltung. Das Weib und die Schrift-stellerin waren bei ihr nicht im Mindesten getrent.Ihr ganzes Wesen stand im Einklang; ihre Gedan-ken waren immer übersprudelnd und rastlos. DasSchreiben versezte sie in keinen künstlichen Zustand;sie schrieb wie sie gesprochen haben würde. SolcheSchriftsteller sind selten ').

An die eutgegengesezte Seite des Billardzimmersstöst ein Kabinet mit einer schönen Büste Nekers,einem Porträt des Baron von Stael und ihrem

») Fra» vo» Stael schrieba I» rolee."Selbstbei ihren »egeistertste» Kompositionen." sagt Ma-dam« Neker de Saussure,war es ihr angenehmvon Denen unterbrochen ,« «erden, die sieliebte." Es gibt Personen d«ren ganzes Lebe«Begeisterung ist, und Fra« von Stael gehörtedarunter. Sie war nicht von der Schaar, die»ach Begeisterung ringt, das Zimmer verdunkelt,die Thür verschließt und nicht gestört sein will.Es bildet« eine» Zug ihres KarakterS, daß sie sichwenig um ihre Werke bekümmerte, wen» sie ein-mal gedrukt waren» Sie hatten ihren Zwei? er«süllt, sie hatten ihr Gemüth erleichtert und ihrGeist ging nun za neue» Ideen über. Was michbetrist, so Hab« ich wenig Geduld mit Schrift-stellern, welche stets nur die Geister ihrer früher»Gedanken Hervorrufen.