Druckschrift 
7 (1834)
Entstehung
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hängt sich an die alte, die durch Autoritäten sank-tionirt und gestützt ist.

Liebe und Schriftsteller über die Liebe.

Meine warmen, heißköpfigeu, glühenden jungenFreunde, Ihr seyd in der Bluthe Eures Lebensund schreibt Verse über die Liebe sprechen wirdenn auch ein Wort von der Liebe. Es giebt zweiArten von Liebe, allen Menschen und den meistenLhiercn gemeinschaftlich : die eine entspringt ausden Sinnen, die andre erwächst aus der Gewöh-nung. Keine von beiden nun, meine geliebten Schü-ler, ist diejenige, welche Ihr zu empfinden behaup-tet: die Liebe der Liebende». Eure Leiden-schaft, welche, ohne daß Ihr es anerkennt, ihrenGrund nur in den Sinnen hat, verdankt alles llcbrigeder Einbildungskraft- Nun aber ist die Einbildungs-kraft der meisten Menschen verschieden nach Artund Grad in jedem Lande und in jedem Zeitalter;demgemäß natürlich auch die Liebe aus Einbildungs-kraft; um Euch davon zu überzeugen, beobachtetnur, wie Ihr mit der schwärmerischen Liebe andrerZeiten oder Nationen nur in dein Verhältnis/ har-monirt, als Ihr mit deren Poesie und schöner Lit-eratur sympathifirt. Die Liebe, welche in Ar ka diaoder in Amndis von Gallien sich brüstet, istfür die große Masse der Leser durch Kälte abge-schmackt oder durch Feierlichkeit lächerlich. Ach!als diese Werke Begeisterung erweckten, da thatdich auch die darin geschilderte Liebe. Die langenReden, die eiskalten Complimente druckten dieEmpfindungen jener Zeit aus. Die LiebeS-Madri-gale auö Shenstone's Feit, oder Pie goldstarren-den Galanterieen der französischen Dichter im letz-

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die Liebe aus Gewöhnung unempfänglich.