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hängt sich an die alte, die durch Autoritäten sank-tionirt und gestützt ist.
Liebe und Schriftsteller über die Liebe.
Meine warmen, heißköpfigeu, glühenden jungenFreunde, Ihr seyd in der Bluthe Eures Lebensund schreibt Verse über die Liebe — sprechen wirdenn auch ein Wort von der Liebe. Es giebt zweiArten von Liebe, allen Menschen und den meistenLhiercn gemeinschaftlich : die eine entspringt ausden Sinnen, die andre erwächst aus der Gewöh-nung. Keine von beiden nun, meine geliebten Schü-ler, ist diejenige, welche Ihr zu empfinden behaup-tet: die Liebe der Liebende». Eure Leiden-schaft, welche, ohne daß Ihr es anerkennt, ihrenGrund nur in den Sinnen hat, verdankt alles llcbrigeder Einbildungskraft- Nun aber ist die Einbildungs-kraft der meisten Menschen verschieden nach Artund Grad in jedem Lande und in jedem Zeitalter;demgemäß natürlich auch die Liebe aus Einbildungs-kraft; um Euch davon zu überzeugen, beobachtetnur, wie Ihr mit der schwärmerischen Liebe andrerZeiten oder Nationen nur in dein Verhältnis/ har-monirt, als Ihr mit deren Poesie und schöner Lit-eratur sympathifirt. Die Liebe, welche in Ar ka diaoder in Amndis von Gallien sich brüstet, istfür die große Masse der Leser durch Kälte abge-schmackt oder durch Feierlichkeit lächerlich. Ach!als diese Werke Begeisterung erweckten, da thatdich auch die darin geschilderte Liebe. Die langenReden, die eiskalten Complimente druckten dieEmpfindungen jener Zeit aus. Die LiebeS-Madri-gale auö Shenstone's Feit, oder Pie goldstarren-den Galanterieen der französischen Dichter im letz-
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die Liebe aus Gewöhnung unempfänglich.