Druckschrift 
7 (1834)
Entstehung
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Marimen Nutzen ziehen und (hier warne ichjeden feierlich vor dem heiligen Boden, bevor ernicht sein Haupt enthüllt und die Füße entblößtin ehrerbietiger Scheue!) mit Gewinn die nach-stehenden Charakterschilderungen diesen Tem-pel mit zehn Statuen durchlaufen wo ichdie kostbarsten Reliquien meiner Neisegedauken undmeiner gesammelten Erfahrung niebergelegt undgeweiht habe.

Zehn Charaktere.

I.

Der weiche, unentchlostne, gutherzige, trägeMensch. Diese Eigenschaften sind vergesellschaftet mitguten Gesinnungen- aber ohne Grundsätze. De»Mangel an Festigkeit beweist auch der Mangel ei-nes eigentdümlichcn und tiefgewurzelteu Gedanken-systemS. Ein Mann, der irgend einer einzelnen,besondern LicblingSidee nachhäugt, verliebt sich ineins oder die andre Ansicht,, womit er sich abgiebt.Ein überhaupt unentschloßner Mensch hat meist einunzusammcnhängendes Leben geführt und seine Auf-merksamkeit nie Einem Gegenstand anhaltend ge-widmet; dieß ist ein Mann, meine geliebten Schü-ler, der sehr leicht zn betrügen ist; Ihr könnt ihnbetrügen, sogar wenn er die Augen offen hat. Träg-heitlist ihm lieber als Alles, und wenn Ihr ihnallein habt und ihm gerade ins Angesicht eine-Krage verlegt: so kann er nicht Nein! sagen.