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Ausdrucks bedienst, deine Aufrichtigkeit zu versi-chern. Einer der beständig von Ehrlichkeit spricht,gilt bald für einen Schelmen. Aber stehende Aus-drücke sind deniungeachtet von unberechenbaremNutzen. Necker sagte, er beurtheile immer einenMenschen nach seinen Licblingsausdrückcn. Neckersprach eine, jedoch unbewußt, in der Welt sehrweitverbreitete Ansicht auS. Bediene dich also ste-hender Redensarten, aber sic sepen neu und schein-heilig. Sprich nicht von „Ehrlichkeit," sondernvon einem „zarten Sinn für Ehre," ober von „be-geisterten! Rechtsgcfühl," oder „der Grundlage allerLugend — dem Christenthum!"
VIII.
Vergegenwärtigt Euch beständig, meine gelick-ten Schüler, daß die Mittel deS Lebensunterhaltsnicht ans den Lugenden, sondern den Fehlern An-derer beruhen. Der Rechtskundige, der Staats-mann, der Henker, der Arzt, machen sich Alle vonunfern Sünden bezahlt; ja selbst die gemeinen Ge-werbe, der Schneider, Bäcker, Fleischer, Weinhänd-ler ziehen ihr Vermögen, wo nicht ihre Eristenz,aus diesen kleinern Lastern — unfern Schwächen-Eitelkeit ist die Figur; welche de» Ziffern der Nvth-wendigkeit vorgesetzt wird. Darum, o meine ge-liebten Schüler! bekümmert Euch nie darum, wo-rin die Lugenden eines Menschen bestehen; ver-schwendet keine Zeit damit, sie kennen zu lernen-Biilwcr's Romane. XXX 7