Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
Seite
70
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Ich will einen andern Namen annehmen. Ich willmich zn einem andern Rang im Leben herunterge-ben. I» einer abgelegnen Stadt mittelst eines nie-drigeren Berufs als mein bisheriger war, müssenmir unfern Lebensunterhalt gewinnen und über denEhrgeiz lächeln. Ich sag es Dir frei heraus, Ju-lie, wenn ich die Augen meines Herzens schließe,wenn ich mein Auge von Dir abkehre, so machtmich dieses Opfer erbleichen. Aber dann drängstDu Dich mit Gewalt vor mein Auge, und ich fühle,daß Einer Deiner Blicke mir mehr als Alles ist.Wenn Du mit mir tragen kannst, wenn Du michtrösten kannst, wenn Du, falls eine Wolke übermein Gemüth zieht, sie unbemerkt ovrüberqehen las-sen und mich anlächeln kannst, sobald sie weg istv Julie! dann giebt es keine so bittre Armuth, keineVerfolgung des Schicksals, keine Verzichtleistungauf frühere Träume, die mir nicht Wonne und Ent-zücken scyn würden, verbunden mit der Seligkeit,zu wissen, daß Du mein bist. Nie sollte Dir meineLippe, nie mein Auge Dir sagen, daß es Etwas aufErden giebt, das ich bereuen, nach dem ich michsehnen könnte. Nein Julie! könnte ich meinem Her-zen mit dieser Hoffnung schmeicheln: Du würdestmich nicht bei einer Verbindung mit Dir Unglücks-Ahnungen aussprechen hören! Aber ich zittre, Julie,wenn ich Deine Gemüthsart und die meinige be-denke; Du wirst einen trüben Blick von Einem, dernie Göhlich ist, für eine Beleidigung nehmen; Du