Laß Sie mich lieben. Ich bin thöricht rind eitelund glaube Ihnen. Vielleicht hege ich auch dieschmeichelhafte Hoffnung, die so oft die Weibcr-herzen betrügt, — die Hoffnung: wenn Sie ge-fehlt haben, so könne ich Sie auf Ihre Bahn zu-rückrufcn, wenn Sie unglücklich gewesen, könneich Sie trösten. Ich weiß, Herr Clifford, daß ichetwaö sage, wofür Diele mich verachten würdenund wofür ich mich vielleicht selbst verachten sollte:aber cs gicbtZeiten, wo wir sprechen, als ob eineGewalt in unsrem Herzen uns zwänge, gegen un-fern Willen — und so habe ich jetzt zu Ihnen ge-sprochen."
Mit einem ihr selbst an sich ganz ungewohn-ten Tone hatte Lucie den Schluß ihrer Rede ge-sprochen, denn ihr gewöhnliches Benehmen warmehr sanft als würdevoll; aber jetzt lag, gleich-sam als ein Gegengewicht gegen den Sinn ihrerWorte, welche sonst als unweiblich erscheinen konn-ten, ein keusches, stolzes aber deßhalb nicht we-niger zartes und holdes Selbstgefühl und einewürdevolle Unbefangenheit in ihrem Betragen; sodaß cs für Einen, der sie augehört hätte, unmög-lich gewesen wäre, dem Edclmuth ihrer Beweg-gründe keine Gerechtigkeit widerfahren zu lassen,oder ungerührt zu bleiben und Achtung oder auchwärmere und innigere Gefühle ihr zu versage».
Clifford, der, während sie sprach, aufgestan-ben war, horte ihr mir einer Miene zu, die bei