Druckschrift 
5 (1834)
Entstehung
Seite
115
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unnatürlich wäre, sie im mindesten über den Vor-fall verdutzt scyn zu lassen? Sie würde ihn nichtweniger geliebt, nicht weniger bewundert haben;er wäre auch nicht minder der Edle, Unvergleich-liche geblieben er hätte ein Glas zu viel ge-trunken, hätte am nächsten Morgen über den Vor-fall gescherzt und die zärtliche Evelina Härte ihmeine Tasse Caffee gemacht; aber das. was an demEhemann ein Gegenstand des Spaßes gewesenwäre, das wäre am Geliebten ein Grund zur Ver-dammung gewesen. Aber wir kehren zu Luciczurück!

Wenn cs so hart, so empörend ist, eine» Ge-liebten auch nur in einem kleinen Fehler schuldigzu glauben, so kann man sich leicht verstellen, daßLnc>e nie auch nur einen Augenblick dem VerdachtRaum gab: Clifford könnre wirklich eines grobenVergehens, eines wirklichen Verbrechens sich schul-dig gemacht haben. Zwar waren manche Ausdrückein seinem Briefe mehr als verdächtig; aber dieAufrichtigkeit der Sclbstverdammung hat immeretwas Herzgewinnendes. Wie cs schwer ist, andie Trefflichkeit derer zu glauben, die sich selbstloben, so ist cs schwer, den für einen Verbrecherzu halten, der sich selbst vcrurtheilt. Und dannwie schließt und folgert ein Weib? Ach, sic ist inihrer Fysiognomik gar zu leichtgläubig! Eine. Be-wegung des HalfeS ist bei ihr ein untrüglichesZeichen von Adel des Geniäths; und Niemand

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