Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
67
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Dich nicht geliebt, wie ich Dich jczt liebe! Jczt,Jsora, im Unglük, in ber Verlassenheit, übcrgebich Dir rükhaltlos mein ganzes Herz seinenGlauben, sein Glut, sein Gebet zum Eigenthum.Komme Böses oder Gutes, Sturm oder Sonnen-scheiu, ganz und auf ewig bi» ich der Dcinige.Verwirf mich, wenn Du willst, ich werde dennochzu Dir zurükkchrcn; und nie will ich irgend einZeugniß gegen- die strengste Jungfräulichkeit Dei-ner Seele anuchmen, als von meinen eigenenAugen oder Deinen eigenen Lippen, oder, Jso-ra meine, meine Jsora darf ich nicht hin-zusezcu: von Deiner Liebe?"

Zu, zu edclmüthig!" flüsterte Jsora, ge-waltsam mit ihren Thrauen kämpfend.Mögemich Gott verlassen, wenn ich je undankbar gegenDich bin, und glaub mir, glaub, daß wenn Lie-be, zärtlichere, treuere, hiugcgebcncre Liebe,als je ein Weib gefühlt hat, Dich belohnen kann,so sollst Du belohnt werden!"

Warum schlug in diesem Augcnblik mein Herzso freudig? Warum sagte ich zu mir selbst:endlich ist der Schaz entdekt, nach welchem ich solaug geschmachtet: wir haben uns gefunden, unddurch die fliehenden Jahre wollen wir miteinanderhlnwandeln, und uns nie wieder trennen?" War-um empfand ich in diesem Moment der Seligkeitnicht vielmehr eine Ahnung des kommenden Wehes?Blindes, eigensinniges Schiksal das uns heut ein