Dich nicht geliebt, wie ich Dich jczt liebe! Jczt,Jsora, im Unglük, in ber Verlassenheit, übcrgebich Dir rükhaltlos mein ganzes Herz — seinenGlauben, sein Glut, sein Gebet zum Eigenthum.Komme Böses oder Gutes, Sturm oder Sonnen-scheiu, ganz und auf ewig bi» ich der Dcinige.Verwirf mich, wenn Du willst, ich werde dennochzu Dir zurükkchrcn; und nie will ich irgend einZeugniß gegen- die strengste Jungfräulichkeit Dei-ner Seele anuchmen, als von meinen eigenenAugen oder Deinen eigenen Lippen, oder, Jso-ra — meine, meine Jsora — darf ich nicht hin-zusezcu: von Deiner Liebe?"
„Zu, zu edclmüthig!" flüsterte Jsora, ge-waltsam mit ihren Thrauen kämpfend. „Mögemich Gott verlassen, wenn ich je undankbar gegenDich bin, und glaub mir, glaub, daß wenn Lie-be, — zärtlichere, treuere, hiugcgebcncre Liebe,als je ein Weib gefühlt hat, Dich belohnen kann,so sollst Du belohnt werden!"
Warum schlug in diesem Augcnblik mein Herzso freudig? — Warum sagte ich zu mir selbst:„endlich ist der Schaz entdekt, nach welchem ich solaug geschmachtet: wir haben uns gefunden, unddurch die fliehenden Jahre wollen wir miteinanderhlnwandeln, und uns nie wieder trennen?" War-um empfand ich in diesem Moment der Seligkeitnicht vielmehr eine Ahnung des kommenden Wehes?Blindes, eigensinniges Schiksal das uns heut ein