„Was also: fürchten Sie ihn noch? — Fürch-ten Sic ihn auch noch, wenn Sie von dem schlaf-losen Aug und der kampfbereiten Hand einerLiebe, wie die mcinige, gcschüzt sind?"
„Ja," stammelte sie, „ich fürchte für Sie!"
„Für mich!" rief ich mit verächtlichem La-chen, „für mich! Nein, Geliebteste, cs lebt keinMensch auf Erden, den Sie um meinetwillen znfürchten hatten. — Aber, antworten Sie mir, istnicht — "
„Ums Himmelswillen — um des Erbarmerswillen!" rief Isvra heftig aus, „fragen Sie michnicht — ich kann Ihnen nicht sagen, Wer oderwas dieser Mann ist — ich bin durch einen feier-lichen Eid gebunden dieses Gchcimniß nie zu ent«hüllen."
„Sci's drum!" crwicderte ich ruhig, „ich be-darf keiner Bestätigung Dessen, was ich weiß: —dieser verlarvte Ncbenbulcr ist mein eigener Bru-der!"
Ich hatte bei diesen Worten das Aug fest aufIsvra gerichtet; sie erstarrte unter meinem An-schauen. Ihre Wangen — ihre Lippen — warengänzlich farblos, und ein tvdtlichcr, grimmigerSchmerz stand auf ihrem Gesicht. — Sie gab kei-ne Antwort.
„Ja," begann ich mit Bitterkeit von Neuem:„cs ist mein Bruder — sei's so — ich bin berei-tet. — Können Sie aber, Jsora, können Sie,