Druckschrift 
4 (1839)
Entstehung
Seite
108
Einzelbild herunterladen
 

108

Du Höflichkeiten, die fortan als eine Anmaßung zubetrachten wären, ein gänzliches Ziel setzest, sondernich selbst werde es als eine wichtige Obliegenheit an-sehen, die Annäherungen zu beschränken, die er fürgut gesunden, gegen meine Tochter zu machen.""

Du kannst Dir vorstellen, daß mich diese Wortewie ein Donncrschlag trafen. Ich vermochte nichtzu antworten; die Zunge klebte mir im buchstäblichenSinn am Mund, und nur durch einen plötzlichen,heftigen Thräncnstrom ward ich erleichtert. Mamasah sehr übel zufrieden aus und wollte eben sprechen,als der Bediente die Thür öffnete und Linden an-mcldcte. Rasch stand ich aus und hatte nur ebennoch Zeit wegzukommen, als er bereits cinirat; wieich jedoch die liebe, liebe Stimme hörte, könnt' ichnicht anders,, ich mußte mich auf einen Augenblickumwcnden. Er sah mich, und blieb stehen ohne einWort hcrvorzubringen, denn die Todesqual meinerSeele stand meinem Gesicht deutlich aufgedrückt. DerAugenblick war vorüber mit gewaltsamer Anstren-gung riß ich mich weg."

Leonore, ich vermag nicht weiter zu schreiben.Gott segne Dich! und auch mich denn ich binsehr, seyr unglücklich."

F. A.

Wir haben Dir, Leser, diese drei Briefe vor-gclegt, theils um den spielenden und kindlichen aberzärtlichen, tief fühlenden Karakter der Schrcibcringenauer auseinander zu setzen, theils um die letzten