Druckschrift 
4 (1839)
Entstehung
Seite
80
Einzelbild herunterladen
 

8V

Es war eine schöne, stille Nacht; die Sternesahen auf die verlassenen Straßen herab und machtenselbst Großstädte heilig. Ruhig und nachdenklichwandelte Clarcnce dahin, sich der weichen, zärtlichenMelancholie überlassend, die dergleichen Nächte jedemHerzen cinträufcln, das sür romantische Regungennicht bereits zu frostig und hart geworden ist. Alser an Flora's Haus kam, war Alles still; die Lädengeschloffen, die Fenster verhängt. Mit krankendem,aus freundlichen Hoffnungen gerissenen Herzen wandteer sich ab.

In die Georgsstraße einbeugend, sah er einenMenschen mit ungleichem, bewegten Schritt vor sich-ergehen. Seine rechte Hand war geballt; mehr-mals erhob er sic, wie von einem plötzlichen Wuth-anfall ergriffen, und stieß sie grimmig gegen irgendeinen Feind, den seine Phantasie vor sich hatte.Einer von den Magazinpoeten," dachte Clarencc,oder gar der Laureatus selbst."

Der Fremde ließ in seinem Schritt nach. Cla-rcnce kam an ihm vorbei, und indem er zur Befrie-digung einer Neugier, die ihm die eben erwähnteMuthmaßung eingeflößt, zurückblickte, traf sein Augeauf ein dunkles, grollendes, eisernes Gesicht, das ertrotz dem Zwischenraum von vier Jahren im Momenterkannte: es war Wolf, der Republikaner.

Unwillkührlich schlug Clarcnce einen schnellerenSchritt ein; aber nach wenigen Minuten kam Wolf,der heftig mit sich selbst sprach, wieder an ihm vorüber.