sondern ans sich selbst und nächst diesen auf seinenStand etwas ein. Gegen alles „gemeine Volk" hatteer einen ausnehmenden Abscheu; eine Art Bramincn-Vcrachtung gegen unreines Blut; seine Lippe schienden Hohn als ihr gewöhnliches Kleid zu tragen; einehohe, ernste Sclbstbcwundernng eher als Selbstliebesaß auf seiner Stirn wie auf einem Thron. Er hatteordentlich eine Ehrfurcht vor sich selbst, seine Ge-danken waren lauter Spiegel vom Viscount Borodaile,eil Vien gekleidet. Sein Geist war ein kleines Ver-sailles, worin das Ich wie ein Ludwig XIV. saß,und nichts als Bilder von sich selbst, bald als Ju-piter, bald als Apollo erblickte. Was Wunder also,daß Lord Borodaile ein sehr unangenehmer Gesell-schafter war? Für jedes menschliche Wesen hatte erseine besondere Verachtung. Sein Auge sprach stetsGeringschätzung: zum Plebejer sagte eS: „Du bistkein Mann von Stand;" zum Prinzen: „Sie findnicht Lord Borodaile."
Bei all Dem hatte er seine guten Seiten. Erwar tapfer wie ein Löwe, hielt streng aus Ehre,selbst im Spiel, und besaß, obwohl sehr unwissendund sehr süffisant, jene Art von störrischem Mutter-witz, der bei harten Herzen sehr oft vorkommt, dadiese, wenn viele Vorurthcile, desto weniger Gefühlzu beseitigen haben.
Sehr steif und sehr hochmüthig warf Lord Boro-daile den Kopf auf, als Clarcnce sich näherte undFlora anrcdete. Noch viel steifer und hochmüthiger,