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daß sic ihren Verlobten liebe! und so seltsam es schei-nen mag, bei diesem Gedanken, der das letzte Siegelans sein Schicksal druckte, empfand er weniger selbsti-schen Knmmcr als tiefes Mitleid. So jung — so an-gcbctct — so vielen Versuchungen ausgcsctzt, als beiihr zu erwarten stand — und mit einem solchen Be-schützer! — dem kalten, nnthciluehmcndcn, herzlosenVargravc! Und gar sic, deren so warme Gefühle im-mer auf ihren: Munde, in ihrem Auge zitterten —Oh! wenn sic aus ihrem Traum erwachte, und er-kannte, Wen sic geliebt hatte — was mochte dann ihrSchicksal scyn — wie groß ihre Gefahr!
„Miß Camcron," sagte Maltravcrs, „vergönnenSic mir, Sic einen Augenblick aufzuhaltcn; ich willIhnen nicht viele Zeit rauben. Darf ich Einmal, undzum letzten Mal, die strengeren Rechte der Freund-schaft in Anspruch nehmen? Ich habe Viel vom Lebengesehen. Miß Camcron, und meine Erfahrung thcucrerkauft; und hart und einsiedlerisch, wie ich gewordenzu seyn scheinen mag, habe ich doch noch nicht solcheGefühle überlebt, dergleichen Sic zu erwecken bestimmtsind. Nein," (und Maltravcrs lächelte traurig) „ichstehe nicht im Begriff, ein Compliment zu machen oderzu schmeicheln — ich spreche nicht zu Ihnen wie einJüngling zu einem Mädchen; der Unterschied unsererJahre, welcher der Schmeichelei ihre Süßigkeit be-nimmt, läßt doch der Freundschaft ihre Aufrichtigkeit.Sic haben mir ein inniges Interesse cingcflößt — eininnigeres als ich gedacht hätte, daß irgend eine Schön-