Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
80
Einzelbild herunterladen
 

80

Unterschied im Grad und in der Art seiner Unzufrie-denheit statt finde kein Unterschied zwischen demSchmachten nachBrod und zwischen dem Verlangen nachdem Bcfitz des Mondes? Wünschen und Streben istuns cingcpflanzt als das Prinzip nnsers Daseyns; dasphysische Begehren füllt die Welt und das moralischemacht sie fortschreitcn; wo Wünschen ist, da muß auchUnzufriedenheit seyn; wenn wir mit Allem zufriedenfind, ist das Wünschen erloschen. Aber ein gewisserGrad von Unzufriedenheit ist nicht unerträglich mit demGlück, ja cs liegt darin selbst ein Glück eigener Art;welches Glück gleicht dem der Hoffnung was ist dieHoffnung Anderes als Wunsch? Der europäische Leib-eigene, dessen Gebieter Herr über sein Leben war, unddie Keuschheit seiner Tochter als ein Recht ansprechenkonnte, sehnt sich seinen Zustand zn bessern. Gott hatMitleid mit seinem Zustand; die Vorsehung setzt denEhrgeiz der Führer in Bewegung die Kämpfe derParteien, das unruhige Treiben der menschlichen Be-strebungen und Leidenschaften; ein Wechsel tritt ein inder Gesellschaft und Gesetzgebung, und der Leibeigenewird ein Freier! Er wünscht auch jetzt wieder aberwas? Jetzt nicht mehr nur persönliche Sicherheit, nichtmehr nur das Recht auf sein Leben und seine Gesund-heit, sondern hohem Arbeitslohn, größere Bequemlich-keit des Lebens, zugänglichere Gercchtigkcitspflcge beivermindertem Unrecht. Ist hier kein Unterschied in derBeschaffenheit dieses Wunsches? War der eine nichteine größere Qual als der andere? Steigen Sic eine