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in dcr That für ihn langst ihrcn Reiz verloren hatten,so waren diese Zerstreuungen von jener edlen undernsten Art, wie sie den Leidenschaften als Stillungs-Mittel darzubictcn, ein Vorrecht des Geistes ist.
De Montaigne war weder ein Doktrinär noch einRepublikaner — und doch hatte er vielleicht von Bei-den Etwas. Er war ein Mann, dcr glaubte, die Ten-denz aller europäischen Staaten scy ans die Demokratiegerichtet; keineswegs aber sah er die Demokratie alseine Panaccc für alle legislativen Ucbel an. Er wardcr Ansicht, daß, während ein Schriftsteller seinerZeit voranschrcitcn müsse, ein Staatsmann sich begnü-gen solle, mit ihr gleichen Schritt zu halten; daß eineNation nicht, wie eine ausländische Pflanze, durchkünstliche Mittel zur Reife gebracht werden könne, daßsic nur durch natürliche Einflüsse sich entwickeln dürfe.Er glaubte, daß Rcgierungsformcn in ihrcn Wirkungennie allgemein sich bewähren. So war de Montaignedcr Ansicht, daß wir Unrecht hätten, legislativen Re-formen mehr Wichtigkeit als socialen bcizulcgcn. Ermeinte zum Beispiel, das sicherste Zeichen dcr fort-schreitenden Civilisation scp dcr steigende Widerwillegegen die Todesstrafe. Er glaubte nicht an die endlichzu erreichende Vollkommenheit der Menschheit, aber anihre stets fortschreitende Vcrvollkommnungsfähigkcit.Er glaubte, die Verbesserung könne ins Unendlichegehen; aber er hielt ihrcn Fortschritt nicht gesicherterunter republikanischen als unter monarchischen Formen.
Bnlwer's Romane. I,XXk. 5