gesehen, daß dieser Ehrenmann in seiner ersten Ehenicht glücklich war; der Tod hatte damals dieß Bandnoch nicht gelöst. Er hatte ein heißes und sinnlichesTemperament nnd in aller Stille ergab er sich, unterdem weiten Mantel seiner Doktrinen, den Neigungenseines Natureis hin. Vielleicht war er in dieser Be-ziehung nicht schlimmer, als nenn Männer unter zehn.Aber er gab sich die Miene, besser zu scyn als 999,999unter einer Million! Zn einem Tcmpcramcntsfchlcrkam noch die Tucke der Heuchelei, und die gewöhnlicheVerirrung wurde ein gefährliches Laster. Ans MaryWcstbrook, der Wittwc Tochter, schaute er mit Augen,welche keineswegs die Augen des Geistes waren. Schonim Alter von vierzehn Jahren entzückte sie ihn — aberals, nachdem er ihre reifende Schönheit sich immermehr entfalten gesehen, drei Jahre noch zu diesemAlter gekommen, da war Mr. Tcmplcton höchst in-brünstig verliebt in sie. Mary war wirklich liebens-würdig — ihre GcmnthSart von Natur gut und sanft,aber ihre Erziehung schlimmer als nur vernachlässigt.An die Stelle der Leichtfertigkeit und Armseligkeit einesfashionabcln Lebens zweiter Sorte, worin sic bis zuihres Vaters Tod aufcrzogcn worden, waren jetzt dieCharlatanericn — die sklavische Unterthänigkcit — dieunduldsame Bigotterie eines transscendcntcn Aberglau-bens getreten. Bei einem so plötzlichen und gewalt-samen Wechsel ward der ganze Charakter des armenMädchens erschüttert; — bei unbefestigten, schwanken-den und unaufgeklärten Grundsätzen, und von Natur
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