Druckschrift 
6 (1838)
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

mit mittelmäßigem, ja schwachem Verstände begabt,klammerte sic sich an das erste beste Brett, das sichihr in diesemweiten Meere von Wachs" darbot, inwelchem sic schwankte. Frühe gewöhnt, das unbcd'ng-tcste Vertrauen zu den Aussprüchen des Mr. Tcmpletonz» hegen mit ihrem Glauben sich um ihn rankend,wie die Rebe sich mit ihren Ranken um die Eicheklammert seinem überlegenen Geiste sich unterwer-fend , und Wohlgefallen findend an seinem freundlichen,beinahe liebkosenden Benehmen so stand sic ihmgegenüber und kein Beichtiger im katholischen Italiennxrr je der Tugend einer Dörfncrin gefährlicher, alsRichard Tcmpleton (welcher sich selbst für das Musterdes allein reinen Protestantismus hielt) für die Moralund das Herz von Mary Wcstbrook.

Mrs. Wcstbrook, deren Gesundheit vor der Zeitgebrochen war durch lange Thcilnahmc an den Unre-gelmäßigkeiten der Londoner Zerstreuungen und durchden Verlust ihrer Glückgütcr, der noch immer an einemGeist nagte, den er mehr verbittert als demüthig ge-macht hatte, starb, als Mary achtzehn Jahre alt war.Tcmpleton wurde der einzige Freund, Tröster undStütze der Tochter.

In einer bösen Stunde (hoffen wir, daß cs nichtüberlegte Bosheit war!) in einer Stunde, wo dasHerz des einen Theils von Schmerz und Dankbarkeiterweicht, und das Gewissen des andern Theils durchdie Leidenschaft cingcschläfert war, ward die Tugendvon Mary Wcstbrook vcrrathcn. Ihr Kummer und