106
der wahrscheinlichere, und wenn gleich das Militär-gesez durch die Abschaffung des Peitschens somit nochstrenger würde, so will mir dies doch «ine verstän-digere und ehrenhaftere Strenge bedünken. Sehrzuverlässtge Autoritäten haben verstchert, wenn mandie Gemeinen abstimmen lassen wollte, wurde mandie Mehrzahl gegen die gänzliche Abschaffung derKörperstrafe finden. Dies aus zwei Ursachen: Erstensweil nach solch einer Abschaffung »ft alle Arten jenerkleinen, vexatiösen Beschränkungen, an welche dieSoldaten bisher nicht gewöhnt waren, vom Offizierin Anwendung gebracht werden, der, in der Bcsorg-niß, eine einmal zu einem gewissen Grad gedieheneUnbotmäßigkeit nicht mehr bemeistern zu können,bis zur Pedanterie vorsichtig gegen ihre möglichenAnfangspunkte wird. Die zweite nnd mächtigereUrsache liegt darin, daß manche Soldaten Scharf-sinn genug zu der Befürchtung haben, der aufgeho-bene» Befngniß zum Peitschen dürfte eine leichtereBefugniß zum Erschiescn Nachfolgen.
Zum Schluß wolle man noch bemerken, daß wirdem in der Organisation unseres Heers vorwaltendenaristokratischen Geist, der durch Unterdrükkung desVerstandes, nicht durch Antrieb der Ehrbegierde
B-fugniß zu körperlicher Züchtigung ganz aufge-bobcn würde, ;. B. aus Ueberredung zur Deser-tion — Trunkenheit im Dienst — Ausbreituugfalscher Gerücht« im Feld — eigene Benuzznugvon Armeeproviant:c.