58
Elementen eines guten Rufs nichts weniger alsrichtig. Wir verehren bisweilen da einen Heiligen,wo Sw. Excellenz einen Tukmäuser sehen wurde.Was zunächst den öffentlichen Ruf betrift, so gilt inder Regel derjenige für den besten, welcher am mei-sten den Modegrundsäzzen entspricht. Nun bestirntdie Anstokratie die Mode, und der kräftigste Ver-thcidiger der Aristokratie erhielt daher gewöhnlichden besten Ruf. Das — mindestens politisch —unerzogen« und nicht selbst denkende Volk bildeteseine Ansicht nach dem Vorgang der gegen sein In-teresse verschworenen Stände, schmähte seine Freunde«nd weinte Thränen der Dankbarkeit über dieAusdauer seiner Feinde. Thelwall ") sprach für dieReform »nd wurde, wie uns Canning sagt, als erans dem Haus trat mit Unrath beworfen.
Ein anderer Fehler in unserem Urtheil überöffentliche Männer war, daß wir allzuoft die Mäßi-gung des Privatmannes mit politischer AchtbarkeitVerwechselten. Ging ein Herr zu guter Stunde mitseine» sieben Kindern und einer sehr häslichen Krauim Park spazircn, so stempelte ihn die Georduetheiteiner solchen Aufführung zu einem über jedem An-stand stehenden Politiker. Ew. Excellenz erinnert
*) Thelwakl, Professor der Beredsamkeit, et«warmer Vertheikjger des Volks, wurde gegenEnde des vorigen Jahrhunderts mit Hvrne Torkeund Andern wegen Hochverraths angeklagt, abersreig,sprachen. Der Ueders.