Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
121
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andere reich sein müssen, ist eine Einrichtung wo-gegen, nach den Belegen unsrer Erfahrung, mensch-lich« Weisheit nicht einschreiten kann. Vermag aberdie Gesezgebung die Ungleichheit zwischen Arm undReich nicht aufzuheben, so ist fle um so mehr ver-pflichtet, den legislativen Misbrauch dieser Un-gleichheit zu verhindern; der Misbrauch des Reich-thums ist Tyrannei; das Verderben der Armnth istUnbedachtsamkeit. Wo eins von beiden Uebrln vor-handen, spreche man nicht von den Segnungen freierInstitutionen; es waltet da nur die Urbedingung,welche Dienstbarkeit zum Fluch macht. Allerdingsliegt etwas Unrechtes in dem System, vermöge des-sen wirdas Alter ins Arbeithaus, die Jugend zumGalgen wandern sehen;" aber bei uns ging dasUebel nicht aus der Böswilligkeit der Unterdrükker,sondern aus der Verirrung der Mildthätigkeit her-vor. Beschäftigt mit den Kämpfen eines schimmern-den Ehrgeizes handelten unsre Regierungen bei denGesezzen für die Armen nicht im Geist der Unter-drnkkung, sondern der Abneigung gegen gründlichePrüfung. Endlich ist aus der dunkeln Apathie vie-ler Jahrhunderte ein Licht aufgedämmert, das denzwei Klassen unserer socialen Welt die Elementeund die Natur ihrer gegenseitigen Verhältnisseoffenbart hat. Dieses Licht beflzt die Eigenschafteneines zündenden Stoffes. Klugheit kann es zumnüzlichsten unserer Diener machen, Nachlässigkeit esin den erbarmunglosesten unserer Feinde verwandeln.